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TOS 1.26 Kampf um Organia


Errand of Mercy

Review: Matthias Weber
Statistik: Elisabeth Leidenfrost

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 3198,4
Nachdem die Friedensverhandlungen zwischen dem klingonischen Imperium und der Föderation gescheitert sind, erhält die Enterprise den Auftrag nach Organia zu fliegen. Die Bewohner des Planeten befinden sich auf der Entwicklungsstufe des Mittelalters und machen scheinbar keine Fortschritte. Der Planet ist als Ausgangsbasis für einen Angriff auf die Föderation jedoch strategisch wichtig, deswegen befürchtet man eine Annexion durch die Klingonen. Die Enterprise soll die Klingonen so lange aufhalten, bis die restliche Sternenflotte eingetroffen ist.
Schon auf dem Weg nach Organia wird die Enterprise von einem Klingonenschiff angegriffen, das damit die Kriegshandlungen eröffnet. Das Klingonenschiff kann vernichtet werden und als man Organia erreicht, beamen Kirk und Spock auf die Oberfläche. Sulu übernimmt das Kommando. Wenn die Klingonen allerdings mit ihrer Flotte auftauchen sollten, soll er sich zurückziehen und nichts unternehmen, bis Verstärkung durch die Sternenflotte eintrifft.

Auf dem Planeten werden Kirk und Spock von Ayelborne, dem Vorsitzenden des Ältestenrates empfangen, als ob man sie erwartet hätte. Auch scheinen die Bewohner des Planeten keineswegs erstaunt über den Beamvorgang zu sein. Spock untersucht die Umgebung, während Kirk dem Ältestenrat den Standpunkt der Föderation darlegt. Sie will den Planeten schützen und den Organiern helfen, eine höhere Entwicklungsstufe zu erreichen, doch die sind daran überhaupt nicht interessiert. Sie sind vollkommen davon überzeugt, dass sie sich nicht in Gefahr befinden. Spock hat inzwischen herausgefunden, das der Planet seit Jahrtausenden überhaupt keinen Fortschritt zu verzeichnen hat. Er befindet sich in völliger Stagnation.
Unterdessen trifft die klingonische Kriegsflotte ein. Die Enterprise wird angegriffen und muss sich zurückziehen. Außerdem beamen 100 Klingonen auf den Planeten um ihn in Besitz zu nehmen. Die Organier stecken Kirk und Spock in einheimische Kleidung um sie zu schützen. Kurz darauf kommt Commander Kor, der frischgebackene Gouverneur der Besatzungsmacht, in die Ratskammer. Er erklärt, dass der Planet ab sofort unter der Kontrolle der Klingonen stehe. Die Organier erheben keinen Einspruch. Das Ganze scheint sie recht wenig zu interessieren, sie sind auch den Klingonen gegenüber sehr freundlich, als ob sie darauf gewartet hätten, von ihnen annektiert zu werden. Kor akzeptiert Kirk als Organier, Spock erkennt er jedoch als Vulkanier. Spock gibt sich als vulkanischer Händler aus, aber Kor misstraut ihm und lässt ihn an einen Wahrheitsfinder anschließen, ein Gerät, welches das Gehirn scannen und angeblich die Wahrheit aus jedem herausbekommen kann. Der Einsatz des Wahrheitsfinders ist allerdings gefährlich, er führt oft zu Hirnschädigungen, wie Kor sagt.
Der Klingone wählt Kirk als Verbindungsmann zwischen der Bevölkerung und der Besatzungsmacht aus und drückt ihm zunächst einige Bekanntmachungen in die Hand. Demnach sind öffentliche Versammlungen verboten und es werden aus der Bevölkerung einige Geiseln ausgewählt, die sofort erschossen werden, wenn die Bevölkerung nicht das tut, was die Klingonen wollen.
Spock kommt vom Wahrheitsfinder wieder zurück. Man hat nur feststellen können, dass er tatsächlich ein Händler ist und offenbar nichts zu verbergen hat. Als Kirk mit Spock allein ist, erklärt dieser, dass die Vulkanier die Möglichkeit hätten, ihr Gehirn abzuschirmen. Kirk und Spock planen nunmehr den Widerstand gegen die Klingonen und wollen als Erstes ein Waffenlager in die Luft sprengen. Die Organier sind weiterhin unkooperativ, sie sehen noch immer keine Gefahr für sich und machen sich lediglich um ihre Gäste von der Sternenflotte Sorgen.

In der Nacht gelingt es Kirk und Spock, das Waffenlager in die Luft zu sprengen. Gegenüber dem Ältestenrat geben sie die Tat zu. Die Organier zeigen aber kein Verständnis und fordern Kirk auf, so etwas nie wieder zu tun. Auch sein Plädoyer für den Widerstand bringt nichts, die Einheimischen wollen die klingonische Besatzungsmacht weiterhin dulden.
Kor hat derweil die Ratskammer abgehört und erfährt so, dass Kirk und Spock für den Anschlag verantwortlich sind. Er nimmt die beiden fest und will Kirk jetzt an den Wahrheitsfinder anschließen, auch wenn dessen Gehirn dabei Schaden nehmen könnte. Um dem Captain diese Prozedur zu ersparen, verrät Ayelborne Kor, wer die beiden in Wirklichkeit sind. Der Klingone ist über diese Information überrascht. Er hat bereits von Kirk und seinem Schiff gehört, lässt Spock jetzt ins Gefängnis stecken und Kirk in sein Hauptquartier bringen. Kor verachtet die Organier, die scheinbar ihre eigenen Verbündeten einfach verraten.
Von Kirk will er Angriffsstärke und Position der Sternenflotte erfahren. Er gibt ihm 12 Stunden Bedenkzeit, oder er kommt unter den Wahrheitsfinder. Kirk wird zu Spock gebracht. Nachdem sie einige Zeit in der Zelle verbracht haben, erscheinen plötzlich Ayelborne und das Ratsmitglied Trefayne und sagen, dass sie es nicht dulden könnten, dass die Klingonen gewalttätig gegen Kirk und Spock werden. Sie sollen mit ihnen kommen. Seltsamerweise sind die klingonischen Wachen vor dem Gefängnis verschwunden. Ayelborne und Trefayne antworten jedoch nur sehr ausweichend auf die Fragen ihrer Schützlinge.

Kor erfährt von dem Ausbruch. Die Klingonen können ihn sich nicht erklären, die Wachen haben ihren Posten vor der Zelle nicht eine Sekunde verlassen. Kor lässt 200 Organier hinrichten, und er will alle zwei Stunden weitere 200 töten, wenn Kirk und Spock nicht wieder auftauchen.
Die Gesuchten gehen in Kors Hauptquartier und können bis zum Commander vordringen. Er erklärt ihnen, dass es in Kürze zum Kampf der beiden Flottenverbände kommen werde. Die Sternenflotte sei im Anflug. Durch einen Trick kann er einige Wachen hinzurufen und als es gerade zur Auseinandersetzung kommt, werden plötzlich alle Phaser so heiß, dass man sie fallen lassen muss. Der Versuch einer Prügelei funktioniert auch nicht. Alles was man anfasst ist unbeschreiblich heiß, alle Menschen, alle Gegenstände. Das gleiche Phänomen gibt es auch auf den Schiffen, die gerade im Begriff waren sich anzugreifen. Alle Konsolen und Knöpfe auf den Raumschiffen sind heiß. Beide Flottenverbände sind völlig lahmgelegt.
In Kors Hauptquartier kommen Ayelborne und Trefayne hinzu. Sie erklären, dass die Organier die Verursacher der großen Hitze sind. Da sie sehr friedliebend seien, könnten sie es nicht dulden, dass auf ihrem Planeten und im Orbit gekämpft wird, deswegen hätten sie beide Flotten lahmgelegt. Die Bewohner des Planeten seien früher auch humanoid gewesen, hätten sich inzwischen aber zu reinen Energiewesen entwickelt. Deshalb bestand auch nie eine Gefahr für die Organier, die 200 Getöteten sind in Wirklichkeit quicklebendig. Kirk und Kor argumentieren, dass die Organier kein Recht zur Einmischung in diesen Konflikt hätten. Die Organier sehen aber keinen Sinn darin, Millionen von Leben in einem Krieg zu opfern.
Kirk erinnert sich an seine eigentliche Mission, nämlich den Krieg zu verhindern. Er kann inzwischen auch die Handlungen der Organier nachvollziehen. Diese fordern die Klingonen und die beiden Gäste von der Sternenflotte auf, den Planeten zu verlassen. Dann lösen sie sich in ihre wahre Gesalt auf, nämlich in reine Energie. Die Parteien beamen auf ihre Schiffe und die Feindseligkeiten sind beendet. Sollte der Krieg wieder ausbrechen, würden die Organier eingreifen und die Flottenverbände erneut lahmlegen.




Bewertung

In "Kampf um Organia" tauchen in Star Trek zum allerersten Mal die Klingonen auf. Sie waren für TOS als Bösewichte der Serie konzipiert worden. In den Star Trek-Kinofilmen gab es ein Wiedersehen mit ihnen und in den Serien TNG und DS9 entwickelten sie sich zur wahrscheinlich wichtigsten Rasse nach den Menschen. Das Drehbuch zur Folge stammt erneut von Gene L. Coon, der die Folgen 1.22-1.26 fast im Alleingang geschrieben hat. Nach 1.23: Krieg der Computer nutzte er erneut die Gelegenheit für ein Plädoyer gegen den Krieg, allerdings geht er die Folge mit umgekehrter Rollenverteilung an. Dieses Mal ist es nicht Kirk, der sich gegen die Gewalt wendet und einer fremden Zivilisation etwas darüber beibringt. Ganz im Gegenteil, er ist am Ende ganz wild darauf, gegen die Klingonen Krieg zu führen und besteht sogar auf seinem vermeintlichen Recht dazu. Die Rolle, die Kirk in der Folge 1.23: Krieg der Computer innehatte, übernehmen dieses Mal die Organier, die sich hier sehr deutlich gegen jede Form von Gewalt wenden.
Dabei werden die Planetenbewohner zunächst als technisch unterentwickelt dargestellt und nach den Kulissen und Kostümen zu urteilen, leben sie tatsächlich noch im "finsteren" Mittelalter. Erst später stellt sich zur allgemeinen Überraschung heraus, dass sie in Wirklichkeit noch nicht einmal humanoid sind und aus reiner Energie bestehen. Nur den Menschen und Klingonen zuliebe nehmen sie eine humanoide Gestalt an.
Dass Kirk und Spock nicht früher auf die Idee kommen, dass die Organier gar nicht unterentwickelt sind, ist wenig nachvollziehbar, denn genügend Hinweise gibt es allemal. Da wäre Spocks Feststellung, dass es keinerlei Fortschritt auf dem Planeten gibt, die Organier aber gleichzeitig dazu fähig sind, die Ankunft der Klingonen zu fühlen. Außerdem wäre da die Tatsache, dass Beamen auf dem Planeten kein Erstaunen hervorruft und die sich automatisch öffnenden und schließenden Türen wohl keineswegs zum sonstigen Entwicklungsstand der Organier passen. Bei so vielen Hinweisen hätte man von Kirk und Spock zumindest erwarten können, dass sie sich ein wenig Gedanken machen, noch dazu, da die Organier die ganze Zeit versichern, dass für sie keine Gefahr bestehe. Doch nichts dergleichen passiert.
Die Organier an sich wirken etwas merkwürdig. Sie müssen sich zwar in diesen Konflikt einmischen, da ihr Heimatplanet offenbar zum strategischen Spielball geworden ist. Dass sie aber auch dann eingreifen wollen, wenn in Zunkunft wieder ein Krieg zwischen Menschen und Klingonen ausbricht, erscheint dann doch ein wenig dick aufgetragen. Folgerichtig wird darauf auch in späteren Serien und Filmen nie wieder eingegangen. Ferner wirkt es merkwürdig, dass die Organier um ihre Fähigkeiten so ein großes Geheimnis machen. Es ist nicht wirklich ersichtlich, was die Geheimniskrämerei eigentlich bewirken soll. Hätten sie von Anfang an klargestellt, dass die über sehr große Kraft verfügen und einen bewaffneten Konflikt nicht dulden würden, hätten die Kriegsparteien sich viel Mühe sparen können. Wahrscheinlich wollten die intelligenten Energiewesen den offenbar viel primitiver denkenden Menschen und Klingonen aber anschaulich und nachhaltig vor Augen führen, zu was sie in der Lage sind.

Die Klingonen werden hier als recht einseitige Bösewichte vorgestellt. Sie sind aggressiv und schrecken auch vor Massenmord nicht zurück. Von den Eigenschaften Ehre, Ruhm und Pflichterfüllung, die später typisch für sie werden, ist hier nicht viel zu spüren. Vor allem von der Ehre scheinen sie noch nicht so viel zu halten, zum Beispiel begeht der klingonische Lieutenant, den Kirk in den Würgegriff nimmt, einen Verrat gegenüber seinem Anführer, um sein Leben zu retten. Der in TNG eingeführte Klingone Worf würde dagegen eher sterben, als dem Feind den Aufenthaltsort seines Kommandanten Picard zu verraten.
Eine Ausnahme scheint Kor, der Anführer der Besatzungsmacht, darzustellen. Er überzeugt als recht vielschichtiger Klingone, der sich einige der erwähnten Eigenschaften angeeignet zu haben scheint. Vor allem ist er auf der Suche nach einem würdigen Gegner, der es mit den Klingonen aufnehmen kann. Im Laufe der Originalserie sollten die Klingonen noch einige Male auftauchen (siehe auch Zusammenhänge). Die Eigenschaften, die Kor hier noch an den Tag legt, wurden dabei allerdings wieder vergessen. Erst mit den Kinofilmen und vor allem der Nachfolgeserie "The Next Generation" gehören das Streben nach Ehre und Ruhm zu den Hauptmerkmalen der Klingonen.
Kor macht einen guten Eindruck. Vor allem die gelungenen Dialoge zwischen ihm und Kirk sind hier hervorzuheben. Er empfindet Bewunderung für Kirk und die berühmte Enterprise, von denen die Kunde offenbar schon bis ins klingonische Reich gedrungen ist.

Im Gegensatz zu den Organiern, die jegliche Gewalt ablehnen, vertritt Kirk einmal mehr den (sehr amerikanischen) Freiheitsgedanken und dass es sich dafür lohnt zu sterben. Er ist sogar bereit, sein Leben für die Freiheit der Organier zu riskieren, nachvollziehbar für die meisten Zuschauer, aber inakzeptabel für die Organier, deren Standpunkt allerdings erst nach dem Offenbaren ihrer wahren Identität glaubwürdig erscheint. Aus ihrer Machtposition heraus wirkt es allerdings im Nachhinein ziemlich arrogant, wenn sie Kirk und Spock für ihre Versuche des Widerstands verurteilen.

Interessanterweise wird in dieser Folge die Oberste Direktive der Nichteinmischung konsequent ausgeblendet und nicht nur von Kirk und seiner Enterprise, sondern sogar von der Föderation und ihrer Sternenflotte ganz massiv verletzt. Zwar befindet man sich in einem Notstand, nämlich in einem Krieg mit den Klingonen, aber rechtfertigt das die Landung auf einem Planeten mit einer vermeintlichen Prä-Warp-Zivilisation? Aus heutiger Sicht natürlich nicht, zu Zeiten des Drehs der Folge aber wohl doch, denn da hatte die Hauptdirektive noch nicht den Stellenwert der späteren Serien. In dieser Folge spielt sich die Föderation noch als eine Art Weltraumpolizei auf. Sie versucht die Organier vor den Klingonen zu schützen, nimmt dies aber gleichzeitig zum Anlass, wie selbstverständlich ihre Gesellschaft tiefgreifend verändern zu wollen. Dies wird in einem Schlüsselsatz von Kirk besonders deutlich, der gegenüber Ayelborne sagt:

"...haben Sie doch ein wenig Vertrauen zu uns, wir wären doch eine ganz enorme Hilfe für Sie. Außer einem militärischen Schutz, erhielten Sie von uns Spezialisten, Techniker, wir würden Ihnen zeigen, wie man die Landwirtschaft intensiviert, schaffen bessere Lebensbedingungen, bauen neue Schulen und lehren Ihre Jugend die neuesten technologischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse. Wir bringen Sie auf eine ganz neue Entwicklungsstufe, wir holen Sie aus Ihrer Stagnation."

Was Kirk bei seinem Plädoyer allerdings vergisst zu erwähnen ist die Tatsache, dass die Föderation durch ihre Hilfe und Einflussnahme einen erheblichen taktischen und strategischen Vorteil gegenüber den Klingonen hätte und die Organier mit ihrem Planeten bei einem Krieg in vorderster Front stehen würden und aufs Höchste gefährdet wären.
Auch die Art und Weise, wie Kirk die Position der Föderation vertritt, wirkt hier arrogant und von oben herab. Das wirkt vor dem Hintergrund seiner bisherigen charakterlichen Entwicklung allerdings nicht sehr glaubhaft und am Ende erkennt er auch seine Fehleinschätzung, denn er sagt zu Spock, dass sie sich selbst für die mächtigsten Wesen im Universum gehalten hätten, das Ganze aber nur Größenwahn war.
Eine Parallele zur jahrzehntelangen Außenpolitik der USA ist unverkennbar, denn auch diese Nation musste auf einem schmerz- und opferreichen Weg erkennen, dass sich der eigene Lebensstil nicht immer problemlos auf andere Völker oktroyieren lässt, vor allem, wenn man diese nur allzuoft als reine Vasallen behandelt.

Interessant ist es, dass Spock dem klingonischen Wahrheitsfinder widerstehen konnte. Dadurch wird sein Status als überlegenes Lebewesen weiter gestärkt.

Diese Folge verursachte später erhebliche Probleme für die Produzenten. Durch das Eingreifen der Organier in den Konflikt war es schwierig, die Kontinuität im Star Trek-Universum zu wahren, denn dadurch wird eigentlich jegliche Auseinandersetzung zwischen den Klingonen und der Föderation unmöglich gemacht, da die Organier dann ja sofort eingreifen müssten. Trotzdem kam es sowohl in der Originalserie als auch in den späteren Serien und Filmen wieder zu kleineren Auseinandersetzungen, ohne dass die Organier eingegriffen hätten. In DS9 kam es sogar zu einem großen Krieg zwischen dem klingonischen Reich und der Föderation. Doch die Organier hatten inzwischen wohl das Interesse verloren, denn auch hier haben sie sich nicht blicken lassen.

Kor wird viel Ehre im Star Trek-Universum zuteil. Er war der erste Klingone überhaupt, den man sehen durfte und sein Darsteller John Colicos gehört zu den ganz wenigen Schauspielern, die ihre Rolle nach fast 30 Jahren erneut spielen durften. Kor ist dadurch einer der wenigen Klingonen, die sowohl einen Auftritt mit als auch ohne Schädelkamm hatten. Zu TOS-Zeiten waren die aufwändigen klingonischen Masken der späteren Serien und Filme noch zu teuer bzw. noch nicht erfunden. Als man dann aber Star Trek - Der Film mit den Dreharbeiten zu den Klingonenszenen fertig war, investierte man übrig gebliebenes Geld in die heute allseits bekannten Schädelkämme.
Seither gibt es unter den Fans natürlich die wildesten Spekulationen, wie es zum veränderten Aussehen der Klingonen kam. Erst in der ENT-Folge 4.15: Die Heimsuchung wird eine nachvollziehbare Erklärung geliefert.

Die Klingonen wurden übrigens nach einem Bekannten Gene Roddenberrys, der Clingan hieß, benannt.

Bereits bekannte Charaktere gibt es in dieser Folge unter den Gaststars keine.
Das Drehbuch schrieb der erwähnte Stammautor Gene L. Coon.
Regie führte John Newland, der nur dieses eine Mal für Star Trek tätig war.

Die deutsche Version wurde zum ersten Mal im ZDF gezeigt. Es wurden einige Szenen geschnitten, von denen aber heute nach der Restauration von Sat.1 nur noch eine kurze Pausenausblendung fehlt, sowie ein ganz kleiner Teil der Szene, in der Kirk und Kor mit Ayelborne um ihr Recht streiten, Krieg zu führen. Außer ein paar lockeren Sprüchen, die hier und da eingestreut wurden, gehört die Synchronisation zu den besseren des ZDF.
"United Federation of Planets" wurde dieses Mal falsch mit "Föderation der vereinigten Planeten" übersetzt, richtig müsste es natürlich "Vereinigte Föderation der Planeten" heißen. Der deutsche Titel ist mal wieder simpel gewählt, im Vergleich zum Originaltitel, der Spielraum für Interpretationen lässt. Diese Einfallslosigkeit ist bei den deutschen Folgentiteln leider an der Tagesordnung, auch die neueren Star Trek-Serien blieben davon nicht verschont.
Die DVD-Version enthält auch die beiden erwähnten fehlenden Szenen.

Die Folge ist nicht ganz so gut, wie Folge 1.23: Krieg der Computer, vor allem durch die etwas widersprüchlichen Organier. Allerdings ist das Ganze immer noch eine unkonventionelle Antikriegsfolge, in der sowohl Spannung als auch Special Effects und Handlung überzeugen können.

Spannung: 5 SFX: 5 Handlung: 5 Gesamt: 5
Zusammenhänge

Mit John Colicos gibt es ein spätes Wiedersehen. Er ist in DS9 in den Folgen 2.19: Der Blutschwur, 4.09: Das Schwert des Kahless und 7.07: Der Dahar-Meister zu sehen.

Bobby Bass, der hier eine klingonische Wache spielt, hatte bereits Auftritte als Wache in 1.22: Der schlafende Tiger und als Crewmitglied in 1.24: Falsche Paradiese.

Gary Coombs war in 1.18: Ganz neue Dimensionen einer der Darsteller des Gorn.

George Sawaya war bereits einmal als Chief Humbolt in Folge 1.11: Talos IV-Tabu Teil 1 zu sehen.

In dieser Folge sind die Klingonen zum ersten Mal in Star Trek zu sehen. Sie werden zahlreiche Auftritte in der Originalserie haben und zwar in den folgenden Episoden:

Kleine TOS-Statstik
1. zerrissene Shirts von Kirk: 0
Kirks Shirt bleibt in tadellosem Zustand.
2. Anwendungen von Spocks Nackengriff: 0
Keine betörten Frauen dieses Mal.
3. Spocks "Faszinierend": 1 mal
Spock setzt damit einen Klingonen außer Gefecht.
4a. Spocks "logisch": 1 mal
Spock findet die Organier faszinierend.
4b. Spocks "unlogisch": 0 mal
Spock findet hier nichts logisch.

Aber:
Kirk findet Spocks Logik frappierend.
Für Spock entbehrt die Befreiung durch die Organier einer gewissen Logik.
5. McCoys: "Ich bin Arzt und kein...": 1 mal
Spock findet die Handlungsweise der Organier höchst unlogisch.
6. McCoys: "Er ist tot, Jim." und Variationen: 0 mal
Alle leben noch, Jim.
7. tote Rothemden: 0
Die Rothemden bleiben diesmal verschont.
8. hysterisch kreischende Frauen: 0
Hier kreischt niemand.
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Ausdruck vom: 08. 12. 2019
Stand des Reviews: 24. 03. 2019
URL: http://www.startrek-index.de/tv/tos1_26.htm