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TOS 1.23 Krieg der Computer


A Taste of Armageddon

Review: Matthias Weber
Statistik: Elisabeth Leidenfrost

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 3192,1
Die Enterprise fliegt den Planeten Eminiar VII an, um mit ihm diplomatische Beziehungen aufzunehmen. Die Beziehungen zu diesem Planeten sind sehr wichtig, da vor 50 Jahren ein Föderationsraumschiff in diesem Gebiet des Weltraums plötzlich verschwand und nie wieder aufgetaucht ist. Die Eminianer sind auf einem hohen technologischen Niveau, sie sind sogar zur Raumfahrt fähig, nutzen diese Möglichkeit jedoch nicht. An Bord der Enterprise befindet sich Botschafter Robert Fox, der die Beziehungen herstellen soll.
Als sich die Enterprise dem Planeten nähert, bekommt sie per Funk die Aufforderung, auf gar keinen Fall in den Orbit einzuschwenken. Botschafter Fox weist Kirk allerdings an, das Ansinnen zu ignorieren. Er möchte seine Mission auf keinen Fall gefährden und der Captain muss der Anweisung Folge leisten, da Fox mit weitreichenden Vollmachten ausgestattet ist. Zur Sicherheit beamt Kirk zusammen mit Spock, Yeoman Tamura und den Lieutenants Galloway und Osborne zunächst auf die Oberfläche. Fox soll später folgen. Angekommen werden sie von der Eminianerin Mea 3 empfangen, sie führt das Team zum Hohen Rat des Planeten. Kirk unterbreitet dem Ratspräsidenten Anan 7 sein Anliegen, doch dieser erklärt, dass Eminiar VII keinerlei Interesse daran habe, mit der Föderation diplomatische Beziehungen aufzunehmen.
Anan erläutert dem Außenteam, dass sich Eminiar VII seit 500 Jahren im Krieg mit dem Nachbarplaneten Vendikar befindet. Aufgrund dieser Umstände könnten keine Beziehungen zur Föderation aufgebaut werden. Spock kann allerdings keine Hinweise auf einen Krieg finden. Alle Gebäude scheinen in bestem Zustand zu sein, es gibt keine Zerstörungen oder Verwüstungen, wie normalerweise bei einem Krieg. Während sich das Außenteam noch über diese Ungereimtheiten wundert, greift der Planet Vendikar plötzlich an. Der Rat geht in einen Nebenraum, in dem allerlei Computer herumstehen. Der Angriff zielt genau auf die Hauptstadt und ist laut Anan sehr schwer. Mit Hilfe der Computer ergreifen die Eminianer Gegenmaßnahmen und können damit die Angreifer in die Flucht schlagen. Trotzdem wurde eine halbe Million Eminianer bei dem Angriff getötet. Doch man spürte keinerlei Erschütterungen und Spock kann mit dem Tricorder auch keine Strahlung feststellen.
Da kommt dem Vulkanier die Idee, dass die Eminianer mit Hilfe der Computer eine Art fiktiven Krieg durchführen könnten. Anan 7 bestätigt diese Vermutung. Die Angriffe werden mit fiktiven Waffen geführt. Die Computer berechnen die Zerstörungen und leiten daraus ab, welche Menschen durch den jeweiligen Angriff getötet wurden. Die Namen der Getöteten erscheinen auf einer Todesliste. Alles am Krieg ist nur fiktiv, bis auf die Opfer auf der Liste. Sie müssen sich innerhalb von 24 Stunden bei einer sogenannten Desintegrationskammer einfinden, in die man hineingeht und sodann kurz und schmerzlos getötet wird.
Wenn innerhalb von 24 Stunden nicht alle auf der Todesliste Stehenden getötet wurden, müssten die Vendikarer mit realen Waffen angreifen. Bei einem Angriff der Eminianer auf Vendikar läuft alles andersherum ab. Auf diese Weise führen die beiden Parteien schon 500 Jahre lang Krieg, ohne dass die Entwicklung der Planeten dadurch beeinflusst wurde. Durch diese Art des Krieges gibt es keine Zerstörungen und nur so kann die Gesellschaft ihn überhaupt überstehen.
Kirk und das Außenteam sind fassungslos. Anan 7 offenbart dem Captain, dass die Enterprise mit Eintritt in die Umlaufbahn zu einem legitimen Angriffsziel geworden sei. Als die Vendikarer erneut angreifen, wird das Schiff vom Computer als zerstört registriert. Das heißt, die Besatzung der Enterprise muss innerhalb von 24 Stunden getötet werden. So geschah es auch vor 50 Jahren mit dem letzten Raumschiff der Föderation, das Eminiar angeflogen hatte.

Das Außenteam wird als Geisel genommen und eingesperrt. Anan 7 versucht unterdessen mit einem Trick die Besatzung der Enterprise auf den Planeten zu locken, damit er alle in die Desintegrationskammern stecken kann. Er imitiert Kirks Stimme und befiehlt Scotty, er solle die Mannschaft zu einem Landurlaub herunterbeamen. Der Chefingenieur wird jedoch misstrauisch und lässt den Funkspruch vom Computer analysieren, der prompt herausfindet, dass es sich um eine Fälschung handelt. Gescheitert versucht es Anan 7 mit einem Beschuss der Enterprise. Da das Schiff jedoch die Schilde ausgefahren hat, nimmt sie keinen Schaden.

Inzwischen kann Spock telepathisch einen Wächter beeinflussen, die Zellentür zu öffnen. Dabei erbeuten Kirk und sein Team einen eminianischen Phaser. Sie gehen hinaus und kommen an einer der Desintegrationskammern vorbei. Dort fangen sie Mea 3 ab, die auf dem Weg zur Kammer ist. Sie steht auch auf einer der Todeslisten und das große Pflichtbewusstsein, das alle Eminianer haben, treibt sie dazu, sich jetzt auch umbringen zu lassen. Kirk hält sie auf und zerstört die Kammer. Dann gehen sie weiter und erbeuten noch die Anzüge einiger eminianischer Wachen und weitere Phaser. Dann gehen sie wieder in ihre Zelle zurück, weil man dort am wenigsten nach ihnen suchen wird.

Nunmehr spricht Botschafter Fox von der Enterprise mit Anan 7. Dieser versucht die Führung des Schiffes dazu zu bewegen die Schilde zu senken. Er gibt den Angriff auf die Enterprise als einen Computerfehler aus. Fox ist im Sinne der Diplomatie einverstanden, doch Scotty weigert sich standhaft, er traut den Eminianern nicht. Fox versucht Scotty Befehle zu erteilen, stößt jedoch auf taube Ohren und so beamt der Botschafter allein auf den Planeten.

Kirk dringt mit einem Phaser bewaffnet zu Anans Quartier vor und bedroht den Eminianer mit der Waffe. Er will an seine Phaser und an die Funkgeräte, die man ihnen abgenommen hat. Anan 7 verrät aber nichts. Stattdessen ruft er unbemerkt 3 Wächter hinzu, die Kirk überwältigen können. Dann empfängt er Botschafter Fox und offenbart ihm, dass er bereits als tot registriert wurde. Er lässt ihn umgehend zu einer der Desintegtrationskammern bringen.

Unteressen hat Spock ein erbeutetes Funkgerät soweit verbessert, dass man damit die Enterprise kontaktieren kann. Er erfährt von Scotty, dass Fox auf den Planeten gebeamt ist. Spock zieht mit Osborne und Galloway los und befreit den Botschafter.

Anan ist inzwischen verzweifelt, denn durch die kaputten Kammern kann Eminiar die Todesquoten nicht mehr erfüllen und die Besatzung der Enterprise denkt nicht daran herunterzubeamen. Er unternimmt einen letzten Versuch, indem er Scotty ruft und mit der Tötung der Geiseln droht, wenn nicht sofort alle runterkommen. Kirk kann sich kurz losreißen und gibt Scotty den Befehl 24, dann wird die Verbindung zur Enterprise unterbrochen. Der Captain erklärt Anan, dass Befehl 24 bedeutet, dass die Enterprise nach Ablauf von 2 Stunden alle Städte und Häuser auf dem Planeten zerstören wird, wenn das Außenteam nicht freikommt. In einem unbeobachteten Moment kann Kirk seine Bewacher überwältigen und zum gleichen Zeitpunkt kommt auch Spocks Team hinzu. Kirk zerstört jetzt die Computer, mit deren Hilfe die Eminianer den Krieg führen. Dadurch zwingt er die beiden Planeten ihren Krieg mit richtigen Waffen fortzuführen. So können sie den Schrecken des Krieges nicht mehr entgehen und sind dadurch gezwungen Frieden zu schließen, wenn sie sich nicht gegenseitig ausrotten wollen. Anan 7 erklärt, dass es einen Kanal nach Vendikar für eventuelle Friedensverhandlungen geben würde, dieser aber nie benutzt worden sei. Fox möchte den beiden Parteien helfen zum Frieden zu finden. Das Außenteam kehrt unterdessen auf die Enterprise zurück. Bevor das Schiff den Orbit verlässt kann Fox noch berichten, dass die Friedensverhandlungen gut angelaufen sind.




Bewertung

"Krieg der Computer" ist eine sehr interessante Folge. Kaum eine andere Star Trek-Geschichte spricht sich so vehement gegen den Krieg aus. Gene L. Coon schrieb gerne Antikriegsgeschichten. Er ließ sich dabei von seiner Militärzeit inspirieren, in der er unter anderem im asiatischen Raum kämpfte. Er greift das Thema zum Beispiel in Folge 1.26: Kampf um Organia erneut auf. Dort ist es allerdings Kirk, der auf seinem Recht besteht, Krieg führen zu dürfen, während er sich in "Krieg der Computer" sehr vehement dagegen ausspricht.
Hier sind es die Eminianer, die etwas über den Krieg lernen müssen. Sie haben zusammen mit den Vendikarern eine "saubere" Art der Kriegführung entdeckt, bei der Computer Planspiele ausführen und Verluste berechnen. Und diejenigen, die auf den Totenlisten stehen, werden in futuristischen Geräten einfach aufgelöst. Auf diese Weise nimmt die Zivilisation vermeintlich keinen Schaden. Es sterben zwar einige Menschen, doch der größte Teil der Bevölkerung kann weiterleben und man kann auch lange Kriegsperioden ohne Probleme überstehen. Alles läuft in geregelten Bahnen ab und es besteht auch keine Notwendigkeit, den Krieg zu beenden, jedenfalls nach Meinung beider Planetenbewohner. Die haarsträubende Menschenverachtung, die in einem derartigen Tun steckt, wird einfach mit dem Pflichtvewusstsein der beiden Kriegsparteien erklärt. Dass zwei hochentwickelte Zivilisationen sich auf ein derart destruktives und letztlich blutiges Computerspiel einlassen, bei dem es regelmäßig - nach den eigenen Worten der Eminianer - schwere Menschenverluste gibt, erscheint jedoch wenig glaubhaft und eigentlich vollkommen unlogisch. Alle Menschen, auch die Eminianer und die Vendikarer, hängen am Leben. Ein Gesellschaftsmodell zu pflegen, bei dem über 500 Jahre hinweg dieser Grundinstinkt aller Lebewesen einfach mit "Pflichtbewusstsein" ausgeblendet wird, indem man aus fadenscheinigen Gründen in den Tod geht, ist überhaupt nicht nachvollziehbar und auch eine der großen Schwächen der Story.
Dass die Eminianer und die Vendikarer nach einem so langen Krieg den Anlass nicht mehr wissen mag ja vielleicht noch angehen, obwohl auch das eigentlich nicht sein kann, da ja beide Planeten unzerstört sind und mit intakten Archiven ausgestattet sein dürften. So zu tun, als hätten sie aber Gefallen am "ruhigen" Leben gefunden, das nur ab und zu durch das Ermorden von Mitbürgern unterbrochen wird, und das nur, weil Computer es ihnen befehlen, erscheint vor dem Hintergrund der angeblichen Zivilisiertheit der beiden Völker jedoch unglaubhaft und das ist noch gelinde ausgedrückt. Irgendwie ist die Handlung an diesem Punkt auch nicht zu Ende gedacht bzw. wirkt ein wenig zu konstruiert, denn kein einziger Mensch würde einfach so seine Liebsten auf einen mehr oder weniger zufälligen Computerbefehl hin hergeben. Da kann das übrige Leben noch so geregelt und friedlich ablaufen, gerade die furchtbaren Menschenverluste sind doch das Schreckliche am Krieg.
Indem Kirk die Computer zerstört, mit denen der Krieg bisher geführt wurde, werden die Vendikarer mit echten Waffen angreifen und die Eminianer mit solchen zurückschlagen müssen. Der dann folgende Krieg würde nicht nur einen viel schlimmeren Tod, sondern auch Zerstörung und Grauen bringen. Vorbei wäre es dann mit dem "heroischen" Opfern für den Staat, das ohnehin nur einigen Verbrechern dazu diente, andere in den Tod zu schicken und sich selbst zu schützen. Mit seinem Vorgehen hat Kirk beiden Völkern jedenfalls einen Grund gegeben, endlich Frieden zu schließen und einen Umbau der Gesellschaft vorzunehmen.
In Coons Drehbuch steckt unverkennbar die Parallelität zum Vietnamkrieg. Ähnlich wie die Eminianer bekamen die Amerikaner vom eigentlichen Kriegsgeschehen wenig mit. Die US-Armee kämpfte in einem weit entfernten Land, es wurden zwar die Verluste gemeldet, aber wie bei den Eminianern war das Kampfgeschehen für große Teile der Bevölkerung kaum wahrnehmbar, wenn man einmal von denen absieht, die Angehörige oder Freunde gefallener Soldaten waren. Der Nachfolgeserie "The Next Generation" wird fälschlicherweise oft dafür gelobt, dass sie als erste Star Trek-Serie gesellschaftskritische Themen aufgegriffen hat. Das hat sie zwar getan, aber wer sich einmal etwas näher mit der Originalserie beschäftigt muss erkennen, dass die Autoren und Produzenten auch schon damals den Mut hatten, den Finger auf wunde Punkte in der Gesellschaft zu legen. Dafür gebührt ihnen auch heute noch Respekt.

Doch zurück zu dieser Folge:
Durch sein Eingreifen in diesem Konflikt präsentiert Kirk eine seiner besten und überdachtesten Lösungen in der ganzen Serie. Zu loben ist auch die abschließende Brückenszene, in der seine unkonventionelle Lösung noch einmal kurz diskutiert wird.
Nicht nur der Captain macht in dieser Folge einen guten Eindruck. Die ganze Crew scheint bei dieser Mission hervorragend aufeinander abgestimmt zu sein. Vorbei sind die Zeiten, in denen man sich wie eine Abschlussklasse der Akademie übertölpeln ließ. Dies war vor allem am Anfang der Staffel ein Problem für die Glaubwürdigkeit der Serie. Inzwischen weiß jeder was er zu tun hat und diese Aufgabe erfüllt er dann auch mit Bravour. Besonders hervorzuheben ist Scotty, der hier zum zweiten Mal das Kommando über die Enterprise erhält und kräftig Punkte beim Zuschauer sammelt. Er vermutet sofort eine Fälschung hinter Kirks Funkspruch und lässt sich dies dann vom Computer bestätigen. Außerdem weigert er sich die Schilde zu senken, obwohl er von Fox den Befehl erhält. Fraglich ist dann allerdings, wie Fox trotzdem auf den Planeten beamen konnte.

Botschafter Fox ist ein unsympathischer Vorgesetzter der Sternenflotte. Zu späteren Zeitpunkten wird Kirk noch öfters mit solchen Leuten zu tun bekommen. Fox' Charakter wirkt eindimensional. Er ist derart leichtgläubig, naiv und unprofessionell, dass man sich wirklich fragt, wie er zur Föderation kommen konnte. Seine einzige Aufgabe scheint darin zu bestehen, durch sein Agieren die Enterprise-Crew sympathischer zu machen. Dadurch wird leider auch die Diplomatie als Art der Konfliktlösung abgewertet, denn entgegen der Ansicht, die hier in der Folge vertreten wird, sind nicht alle Diplomaten derart weltfremd. Fox macht erst zum Schluss, nachdem er von Spock befreit wurde, einen etwas besseren Eindruck, aber der größte Schaden ist da schon angerichtet.

Erstaunlicherweise nicht erwähnt wird hier die Hauptdirektive. Kirk mischt sich ohne Bedenken in eine fremde Gesellschaft ein und verändert sie ganz wesentlich. Andererseits ist er, um zu überleben und das Schiff zu retten, geradezu gezwungen dazu und die Direktive hat ihn ohnehin noch nie sonderlich gestört.

Ein Wiedersehen gibt es in dieser Folge mit Rothemd Lieutenant Galloway, sowie Lieutenant DePaul und Yeoman Tamura. Während Galloway erst die Hälfte seiner Auftritte absolviert hat, waren DePaul und Tamura zum letzten Mal dabei.
Das Drehbuch stammt von Robert Hamner, welcher nur bei dieser Folge für die Serie arbeitete. Sein Partner bei dieser Arbeit war der uns wohlbekannte Gene L. Coon, der für viele sehr gute TOS-Episoden verantwortlich ist.
Regie führte Stammregisseur Joseph Pevney.

"Krieg der Computer" ist eine der am schlechtesten synchronisierten Episoden überhaupt. Beim ZDF neigte man größtenteils dazu, hier und da ein paar lockere Sprüche einzuwerfen und die unbequemen Szenen rauszuschneiden und die Folge damit erheblich kürzer zu machen. Meist blieb jedoch der eigentliche Sinn der Episode erhalten (so zum Beispiel geschehen bei 1.22: Der schlafende Tiger). Bei dieser Episode wurde von Sat.1 zwar fast gar nichts rausgeschnitten (nur ein ganz kleiner Teil einer Szene fehlt), dafür wurde der Sinn völlig verdreht. Die Episode ist damit vergleichbar mit 2.01: Weltraumfieber, wo die Synchronisation ebenfalls eine ganz neue Handlung erfand. Doch im Gegensatz zur ersten Folge der 2. Staffel, wo die Veränderungen wenigstens in sich schlüssig waren, ergibt sich hier eine Wiedergabe, die wohl keinen deutschen Zuschauer noch durchblicken lässt. Die Handlung erscheint in der Synchronisation konfus, unlogisch und verwirrend und von Anfang an scheint der Wurm drin zu stecken.
Zuerst wird es so dargestellt, als würden die Computer einen realen Krieg durchführen, der (aus welchen Gründen auch immer) für das Überleben der Zivilisation notwendig ist. Im Original werden die Computer lediglich dazu benutzt, simulierte Angriffe durchzuführen und die Todesopfer der simulierten Angriffe zu berechnen. Die ausgewählten Eminianer müssen sich dann anschließend in den Desintegrationskammern einfinden (die im Deutschen alle verwirrenderweise als Computer bezeichnet werden).
Kurz darauf folgt ein Satz, der überhaupt keinen Sinn ergibt. Anan 7 sagt hier zu Kirk: "Wir werden sie [die Enterprise] zerstören durch eine Trikobalt-Satellitenexplosion. Ihre Leute an Bord der Enterprise haben noch 24 Stunden zu leben. Sie und Ihr Landekommando stehen vorläufig unter meinem persönlichen Schutz, da ich auf eine zukünftige Mitarbeit Wert lege." Dieser Satz hat nicht nur nichts mit dem Original zu tun, er ergibt auch im (deutschen) Kontext keinen Sinn. Wieso sollte Anan 7 die Enterprise angreifen und warum lässt er sich damit 24 Stunden Zeit? Im Original sagt Anan zu Kirk hingegen, dass die Enterprise durch den Eintritt in den Orbit zum legitimen Angriffsziel wurde und die Computer der Vendikarer die Enterprise in ihrer Simulation durch eine Trikobalt-Satellitenexplosion zerstört haben. Dadurch ist die ganze Besatzung der Enterprise nun auf einer der Todeslisten der Computer aufgeführt und der Vertrag zwischen den beiden Planeten gibt der Crew 24 Stunden Zeit, sich in einer der Desintegrationskammern einzufinden. Das Außenteam wird eingesperrt, damit die Crew der Enterprise auch tatsächlich herunterbeamt (von persönlichem Schutz ist hier gar keine Rede).
Das Ganze für sich genommen wäre eigentlich schon verwirrend genug, doch die Übersetzer ließen es sich nicht nehmen, auch dem letzten Zuschauer den Durchblick zu rauben. Einige Szenen später heißt es da von Anan zu Kirk: "Ich habe Ihnen ja bereits gesagt, wir führen einen Computerkrieg mit Vendikar. Dazu brauchen wir die Hilfe Ihrer Leute mit all ihrem technischen Können." Ja wie jetzt? Gerade eben wollte Anan die Enterprise noch angreifen, jetzt auf einmal will er technischen Rat von ihnen? Für diejenigen, die immer noch nicht abgeschaltet haben, wird es gerade mal einen Satz später noch konfuser. Wieder Anan zu Kirk: "Wer sagt mir, dass Sie nicht auch in feindlicher Absicht hier sind? Das ist der Grund, weshalb ich Sie hier gefangen halten muss und die gesamte Mannschaft Ihres Raumschiffs." Nun hat wohl auch der letzte aufgegeben, in diesem Quark noch einen Sinn zu erkennen. Plötzlich soll Anan die Enterprise also angegriffen haben, weil er fürchtete, sie sei in feindlicher Absicht unterwegs. Ah ja.
Von hier an wurde wieder originalgetreu übersetzt, doch dass der Rest der Episode nicht mal mehr annähernd zur ersten Hälfte passt, muss wohl nicht extra erwähnt werden.
Was hier schief gelaufen ist bleibt im Dunkeln. Vielleicht wurde auch ein anfänglicher Übersetzungsfehler übersehen und man versuchte dann, der Episode auf dieser Basis wieder einen Sinn zu geben (wobei scheinbar niemandem auffiel, dass dies geballter Unsinn ist).
Einfallslos ist der deutsche Titel, der bereits die überraschende Wendung, dass es sich um einen Computerkrieg handelt, vorwegnimmt.
Nach 1.22: Der schlafende Tiger wurde "Krieg der Computer" für die DVD-Version ebenfalls stark überarbeitet. Die Folge ist eine der wenigen in der ersten Staffel, bei der für die DVD-Veröffentlichung mehr gemacht wurde, als nur fehlende Szenen zu ergänzen. Mit neuen Synchronsprechern wurden alle veränderten Dialoge der deutschen Version neu und dieses Mal richtig übersetzt. Die Folge erhielt somit mehr als 15 Jahre nach der deutschen Erstsynchronisation doch noch eine gelungene deutsche Version. Den Verantwortlichen der DVD-Version ist es hoch anzurechnen, dass bei dieser Folge nicht einfach die schon vorhandene Synchronisation übernommen wurde, denn dann wäre dem deutschen Zuschauer die Qualität der Originalepisode vorenthalten worden. In der 2. und 3. Staffel griff man noch öfters auf dieses Vorgehen zurück.

Vor allem die geschilderten Logikfehler und der unsympathische Fox wirken sich negativ auf die Handlung aus. Wegen der eindringlichen und eindrucksvoll umgesetzten Antikriegsgeschichte und vor dem Hintergrund, dass es ja Science Fiction ist, kann man trotzdem 6 Punkte vergeben.
Die Spannung ist durch die ganze Folge auf einem konstant guten Niveau. Dafür gibt es dieses Mal auch 6 Punkte.
Bei den Special Effects wirkt sich natürlich negativ aus, dass der Angriff auf die Enterprise von außen nicht zu sehen ist. Außerdem wurde, wegen Geldmangels, bei den eminianischen Phasern auf den Energiestrahl verzichtet, was befremdlich ist.
Über die Kulissen und die Kostüme wurde viel gespottet. So schlecht sind diese allerdings gar nicht. Natürlich sehen die Innenkulissen aus heutiger Sicht nicht sonderlich modern aus, allerdings sind inzwischen ja auch Jahrzehnte vergangen. Außerdem bekommt man die eminianische Hauptstadt kurz als gemaltes Bild zu sehen, das gar nicht mal schlecht aussieht und was auch nicht in allen anderen Folgen der Fall war. Insgesamt reicht das immer noch für 4 Punkte.

Unter Zurückstellung von Bedenken wegen der geschilderten Logikfehler verdient vor allem der sehr hohe moralische Ansatz der Handlung eine sehr gute Endwertung.

Spannung: 6 SFX: 4 Handlung: 6 Gesamt: 6
Zusammenhänge

In dieser Folge tritt geradezu eine Schar von bekannten Gesichtern auf. Kaum einer der Gastdarsteller ist zum ersten Mal in der Originalserie zu sehen.

David L. Ross spielt in dieser Folge zum 4. Mal als Lieutenant Galloway mit. Er war das letzte Mal in Folge 1.21: Landru und die Ewigkeit zu sehen. Sein nächster Auftritt folgt in 1.28: Griff in die Geschichte. David L. Ross spielt außerdem die Rolle von Lieutenant Johnson in der Folge 3.07: Das Gleichgewicht der Kräfte.

Sean Kenney sahen wir schon einmal in der Rolle von Lieutenant DePaul in der Folge 1.18: Ganz neue Dimensionen. Er spielte außerdem den gelähmten Captain Pike in der Doppelfolge 1.11/1.12: Talos IV-Tabu.

Miko Mayama verkörpert Yeoman Tamura nicht nur in dieser Episode, sondern auch in 1.21: Landru und die Ewigkeit.

Eddie Paskey, der sonst Lieutenant Leslie spielt, ist hier in der ungewohnten Rolle eines Eminianers zu sehen.

Barbara Babcock durfte zum ersten Mal bewundert werden, nachdem man in Folge 1.17: Tödliche Spiele auf Gothos nur ihre Stimme hören konnte. Als tholianische Stimme wird man sie erneut in Folge 3.09: Das Spinnennetz hören. Sehen kann man sie noch einmal als Isis in 2.26: Ein Planet, genannt Erde und als Philana in 3.10: Platons Stiefkinder.

Bill Blackburn hatte schon einen Auftritt in der Folge 1.15: Landurlaub als weißer Hase. Er wird wieder zu sehen sein in 1.27: Auf Messers Schneide als Wache und in 2.21: Schablonen der Gewalt als Soldat.

Ron Veto werden wir noch einmal erleben, und zwar als Wache in 1.27: Auf Messers Schneide.

Auch Frank Vinci sieht man als Flaggenträger in 2.01: Weltraumfieber erneut.

Kleine TOS-Statstik
1. zerrissene Shirts von Kirk: 0
Kirks Shirt bleibt in tadellosem Zustand.
2. Anwendungen von Spocks Nackengriff: 0
Spocks Nackengriff kommt hier nicht zum Einsatz.
3. Spocks "Faszinierend": 1 mal
Spock setzt damit eine Wache außer Gefecht.

Außerdem:
Spock setzt seine telepathischen Fähigkeiten ein um eine weitere Wache überwältigen zu können.
4a. Spocks "logisch": 1 mal
Spock findet die Sondercomputer faszinierend.
4b. Spocks "unlogisch": 0 mal
Spock findet hier nichts logisch.

Aber:
Spock kann dem Pflichtbewusstsein der Eminianer eine gewisse Logik nicht absprechen.
5. McCoys: "Ich bin Arzt und kein...": 0 mal
Spock findet diesmal nichts unlogisch.
6. McCoys: "Er ist tot, Jim." und Variationen: 1 mal
Pille zu Scotty: "Ich bin leider nur Arzt. Sie haben das Kommando."
7. tote Rothemden: 0
Die Rothemden bleiben diesmal verschont.
8. hysterisch kreischende Frauen: 0
Keine Toten diesmal.
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Ausdruck vom: 19. 08. 2019
Stand des Reviews: 24. 03. 2019
URL: http://www.startrek-index.de/tv/tos1_23.htm