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  7.24 Die Rückkehr von Ro Laren  
  Preemptive Strike  
 

von Frank Eiffert

 
 
 

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 47941,4
Während die Enterprise an der cardassianischen Grenze kreuzt, feiert die Crew die Rückkehr von Ro Laren, die von Geordi, Beverly und Troi freudig auf einem Empfang begrüßt wird. Neben Fragen nach dem Erfolg des taktischen Trainings, das Ro absolviert hat und Hinweisen, dass auf dem Buffet viele bajoranische Spezialitäten aufgereiht sind, bemerkt Ro, dass Picard den Raum verlässt und sie empfängt unmittelbar danach den Befehl, auf die Brücke zu kommen. Ro verlässt den Raum und trifft auf Picard, der vor der Tür auf Ro gewartet hat. Picard hatte bemerkt, dass Ro der Empfang Unbehagen bereitet und sie deshalb herausgerufen. Im Gespräch betont Ro, dass sie Picard dankbar für die Empfehlung für das schwere taktische Training ist, das sie absolvieren durfte. Sie fühlt sich, als ob sie auf ein Leben einer anderen zurückblickt. Auf der Brücke hat man unterdessen ein Notsignal eines cardassianischen Schiffes empfangen, nahe der entmilitarisierten Zone. Die Enterprise geht auf Abfangkurs. Durch einen Langreichweitenscan wird deutlich, dass das cardassianische Schiff von mehreren kleinen Föderationsschiffen angegriffen wird.

In Sichtweite des Kampfes bestätigt sich das Scanergebnis. Bei den Angreifern handelt es sich um Maquisschiffe. Picard warnt die Schiffe; der Angriff stellt eine Verletzung der Verträge zwischen Föderation und Cardassia dar. Riker bemerkt, dass er nie geglaubt hätte, in einem Kampf zu Gunsten der Cardassianer einzugreifen. Picard befiehlt Worf, Photonentorpedos zwischen den Maquisschiffen detonieren zu lassen, worauf sich die Maquis zurückziehen. Picard bietet den Cardassianern an, ihre Verletzen auf der Enterprise versorgen zu lassen.

Auf der Krankenstation versorgt Beverly zwei Cardassianer. Picard kommt hinzu und beginnt ein Gespräch mit Gul Evek, einem der Cardassianer, offensichtlich dem Captain des angegriffenen Schiffes. Picard verspricht, alles zu tun, die Angriffe der Maquis zu unterbinden. Evek ist nicht von dem Erfolg der Bemühungen Picards überzeugt. Er führt an, dass die Maquis u.a. Phaser vom Typ 8 besäßen und fragt, wie Zivilisten in den Besitz solcher Waffen kommen können. Picard deutet an, dass auch die cardassianischen Siedler über gute Bewaffnung verfügen und äußert seinerseits Bedenken an den friedlichen cardassianischen Bemühungen, die Konflikte zwischen den Siedlern zu lösen und verwendet dabei den gleichen Spruch, den auch Evek eingesetzt hatte. Evek gibt zu bedenken, dass es zu einer militärischen Eskalation kommen könnte.

Nachdem Evek und seine Crew die Enterprise verlassen haben, trifft sich die Enterprise mit dem Schiff von Admiral Nechayev. Nach einleitenden Höflichkeiten analysieren Picard und der Admiral die Situation. Nechayev vergleicht die Cardassianer mit Wölfen im Schafspelz und berichtet von aufgedecktem Waffenschmuggel. Sie ist wegen des Maquis beunruhigt, sie haben sich zahlenmäßig verstärkt und alles deutet auf einen bevorstehenden Angriffskrieg hin. Man muss den Maquis stoppen.

Im Gespräch mit Ro legt Picard den neuen Plan offen. Ro soll in einer Undercover-Aktion den Maquis unterwandern. Ro bietet sich auf Grund ihres Trainings und ihrer Vorgeschichte an. Die Aktion soll sofort beginnen. Ro hätte nie geglaubt, dass sie einmal den Cardassianern helfen würde. Sogar einer ihrer ehemaligen Ausbilder ist mittlerweile beim Maquis. Picard macht deutlich, dass auch die Föderation mit den Maquis sympathisiert, man aber an Verträge gebunden sei und im schlimmsten Fall hunderttausende von Leben auf dem Spiel stünden. Ro macht deutlich, dass sie den Auftrag nur aus dem Grund annimmt, weil sie Picards Vertrauen bestätigen will.

Auf Onara in einer Kneipe mit verschiedenen Spezies: Ro kommt in Zivil herein und setzt sich an einen Tisch zu einem Mann. Sie wird von einer Person (Santos) an der Bar beobachtet. Als Worf und Data in die Kneipe kommen, wirft sich Ro dem Mann an ihrem Tisch an den Hals. Worf und Data fragen nach einer dunkelhaarigen Bajoranerin, die einen Cardassianer getötet hat. Santos meint, die wäre gerade gegangen und Worf und Data verlassen die Kneipe. Ro geht an die Bar und bedankt sich beiläufig bei Santos. Dieser beginnt ein Gespräch. Als deutlich wird, dass Ro gerne mit dem Maquis in Kontakt treten würde, betäubt Santos Ro mit einem Schuss aus nächster Nähe.

Als Ro erwacht, ist sie in einem Raum mit drei Personen, Macias, Calita und Santos, wie sich später herausstellt. Die drei beginnen mit einer Befragung von Ro. Sie erzählt ihre Lebensgeschichte. Ro meint, wenn die drei zum Maquis gehören würden, würde sie sich ihnen gerne anschließen. Während Santos und Calita den Raum verlassen, um Ros Angaben zu überprüfen, beginnt Macias mit einer Führung durch das Lager. Er hat sofort Vertrauen zu Ro. Sie fragt ihn, was wäre, wenn sie gelogen hat. Macias meint, dann hätten sie ein Problem. Er erzählt von den Kolonisten und den Problemen durch die Grenzverträge mit den Cardassianern, von der Gewalt und den Behörden, die nichts unternehmen. Der Maquis ist der einzige, der hilft. Macias fragt, ob Ro hungrig ist. Er bestellt für sich an einem Replikator Hasperat, das bajoranische Nationalgericht. Beide erkennen beim Philosophieren über diese Speise, dass jeweils viele Erinnerungen an Freunde oder Verwandte daran hängen. Ro muss an ihren Vater denken. Macias bittet Ro, später einmal ein richtig scharfes Hasperat zuzubereiten. Calita und Santos kommen hinzu und sagen, dass ihr Informant Ros Geschichte bestätigt habe.

Ro wird in einen Raum mit ca. 8 Personen geführt. Laut Informationen eines Händlers sind die Cardassianer dabei, biogenetische Waffen für ihre Siedler herzustellen. Macias schlägt einen Präventivschlag vor, sie bräuchten allerdings noch eine verbesserte medizinische Ausrüstung. Ro will diese Ausrüstung stehlen. Sie kennt die Sicherheitssysteme der Föderation und will ein Schiff. Macias willigt ein, mit der Begründung, dass er weiß, dass Ro ein starkes Hasperat machen kann. Calita soll Ro als Hilfe und Zeugin begleiten.

Mit einem Maquisschiff machen sich Ro und Calita auf den Weg. Ro stellt das Transportereindämmungsfeld auf Maximum, damit sie mit einem Beamvorgang auskommen. Die Kontrollbojen an der Grenze will Ro mit ihren Kenntnissen der Sternenflotten-Algorithmen deaktivieren, was auch gelingt.

Auf der Enterprise empfängt man einen Hilferuf aus dem Topin-System. Die Enterprise mit Kurs dorthin, kann aber nicht antworten, da im Topinsystem zu viele Störungen existieren. Im Topinsystem lauert dagegen das Maquisschiff, welches mit dem Notruf die Enterprise anlocken will. Die Enterprise trifft ein und Data meint, dass ein vollständiger Scan 6 Stunden dauert. Auf dem Maquisschiff verkündet Ro, sie müsste die Schilde der Enterprise achtern durchfliegen. Worf erkennt unterdessen, dass mit dem letzten Notruf eine Huckepacknachricht empfangen wurde. Die Nachricht ist allerdings verstümmelt, Worf kann nur erkennen, dass sie von Ro kommt. Da meldet Data, dass ein Schiff versucht, achtern die Schilde der Enterprise zu durchdringen. Picard befiehlt, es durchzulassen. Die medizinischen Vorräte werden von Bord gebeamt. Picard lässt einen Phaserschuss auf eine frühere Position des Maquisschiff feuern.

Im Lager der Maquis sind alle glücklich: Macias und die anderen sind sich nun sicher, dass Ro keine Spionin ist. Macias meint, er hätte dies schon bei der ersten Begegnung gewusst.

Nachdem sich Ro nun das Vertrauen erarbeitet hat, kann sie die Enterprise besuchen. Im Gespräch mit Picard wird über die biogenetischen Waffen gesprochen. Picard erzählt, dass die Föderation ein Objekt der Bedrohung schaffen will, um damit alle Maquisschiffe herauszulocken. Ro soll Geheimdienstinformationen an den Maquis liefern, dass ein Konvoi mit Komponenten zur Herstellung von biogenetischen Waffen zu den Cardassianern unterwegs ist. Nahe der entmilitarisierten Zone will sich eine Flotte in dem Hagoranebel verstecken und den Maquis dort auflauern. Picard fragt, ob das ein Problem für Ro sei, diese antwortet, selbst dann würde sie ihre Pflicht tun.

In der Maquissiedlung geht Ro nach Plan vor und verbreitet die Informationen über den Konvoi. Macias sagt, er würde Kontakt mit den anderen Gruppenführern aufnehmen und ist sich sicher, von ihnen Unterstützung zu bekommen. Nachdem er die anderen kontaktet hat, trifft er sich mit Ro in der Siedlung. Sie sprechen über ein Fest, das sie feiern wollen, nachdem der Konvoi abgefangen wurde. Wieder werden Erinnerungen in Ro an vergangene Tage und ihren Vater wach. Das Gespräch endet mit Macias Entschluss, sofort ein Fest zu feiern, einfach ohne Grund. Sie gehen Richtung Markt, als 3 vermummte Gestalten ins Bild kommen. Sie entpuppen sich als Cardassianer, die plötzlich das Feuer auf die Siedler eröffnen. Im nachfolgenden Feuergefecht wird u.a. Macias getötet. Er stirbt in Ros Armen mit den Worten, dass immer ein anderer die frei gewordene Lücke füllt.

Picard und Ro treffen sich in der Kneipe. Sie ziehen sich an einen Tisch zurück und geben vor, über zu leistende Liebesdienste zu verhandeln. Ro versucht, Picard davon zu überzeugen, dass die Maquis den Konvoi nicht angreifen werden. Picard sagt, dass diese Informationen den Berichten des Geheimdienstes der Sternenflotte widersprechen. Picard fragt Ro, was los ist. Ro gesteht Picard, dass sie glaubte, die Mission erfüllen zu können, aber sie ist sich nicht mehr sicher. Picard sagt, dass sie damit alles aufgeben würde, wofür sie die letzten Jahre gearbeitet hat. Ro will Picard nicht enttäuschen. Picard stellt ihr nur eine Frage: Kann sie den Befehl ausführen? Sonst würde er sie vor ein Kriegsgericht bringen. Ro sagt, sie führt den Befehl aus. Picard will, dass Riker als ein Verwandter von Ro den Einsatz mitfliegt.

Riker und Ro fliegen in einem Maquisschiff mit der Maquisflotte Richtung Konvoi. Riker sagt, sobald der Angriff erfolgt, sollten sie sich im Nebel verstecken. Da stellt Ro den Antrieb des Schiffs aus und richtet einen Phaser auf Riker. Auf der Enterprise erkennt man, dass Ro einen Strahl in den Nebel feuert, so dass die sich darin versteckenden Schiffe sichtbar werden. Ro warnt den Maquis. Diese erkennen die Falle und drehen ab, noch bevor diese die Grenze der entmilitarisierten Zone überschritten haben. Ro nimmt Kurs auf die Enterprise. Sie sagt Riker, sie habe bei den Maquis endlich ihre neue Heimat gefunden und er solle Picard ausrichten, es täte ihr leid. Riker wünscht ihr alles Gute, dann wird Ro von Bord gebeamt.

Wieder auf der Enterprise, erstattet Riker Picard Bericht. Er erzählt, dass Ro sich unglaublich sicher war und sie bedauert, Picard enttäuscht zu haben. Riker geht, Picard sitzt stumm und mit Blick in die Ferne an seinem Tisch.

Bewertung

Nachdem Ro Laren schon in einigen Episoden als Reizfigur aufgetreten ist, erfüllt sich in dieser nun ihr Schicksal, und vor allem Picard muss erkennen, dass noch so viel Disziplin nicht ausreicht, so tief im Innern verwurzelte Überzeugungen zu unterdrücken. Picard bleibt am Ende als nahezu gebrochener Mann zurück, eine Darstellung dieser Figur, die nur ganz selten zu sehen ist. Picard wirkt in dieser Schlusseinstellung wie ein Vater, der seine Tochter nach langem Ringen verloren hat. Verloren an eine andere Vaterersatzfigur, an Macias, der wohl in dem Moment gewonnen hatte, als er durch den cardassianischen Anschlag den Tod fand.

Die Handlung bleibt ansonsten - komprimiert auf 45 Minuten - schematisch. Das Erschleichen von Vertrauen, das Einschleusen in die Maquisgruppe, die Erinnerungen an Ros Vater; so viele Handlungselemente leiden natürlich dadurch, dass zu wenig Zeit zur Verfügung steht.

Die Effekte sind gut. Der Kampf zu Beginn, die Aufnahmen im Topinsystem, das Durchfliegen der Achternschilde der Enterprise zeigen, dass zum Ende der Staffel noch Geld übrig war. Herausragendes fehlt jedoch.

Auch wird in dieser Episode noch einmal der Kleinkrieg zwischen Picard und Admiral Nechayev aufgenommen. So fragt Nechayev Picard zu Beginn der Szene "Heute keine Kanapees?" und Picard antwortet: "Zweimal wäre dann wohl doch zuviel!" - eine Anspielung darauf, das Picard schon einmal versucht hat, den Admiral mit Gebäck und Tee zu "bestechen".

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

Ro Laren spielte bereits in Fähnrich Ro, Katastrophe auf der Enterprise, Mission ohne Gedächtnis, Ungebetene Gäste, Déjà Vu, So nah und doch so fern und Erwachsene Kinder mit. Michelle Forbes stellte auch "Dara" in Die Auflösung dar.

Das Geplänkel zwischen Picard und Admiral Nechayev nimmt in den Episoden Geheime Mission auf Celtris III (1), Angriff der Borg (1) und Am Ende der Reise seinen Lauf.

Der Maquis spielt sowohl bei DS9 als auch bei Voyager eine zentrale Rolle.

 
 
 
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  Druckbare Version

 Erstausstrahlung USA:
  23. 4. 1994

 Erstausstrahlung D:
  25. 7. 1994

 Regie:
  Patrick Stewart

 Buch:
  René Echevarria
  Naren Shankar

 Gaststars:
  Shannon Cochran
  Michelle Forbes
  John Franklyn-Robbins
  Natalija Nogulich
  Richard Poe
  William Thomas jr.



  Zuletzt geändert:
  2015-02-10, 19:34
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