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  7.21 Ritus des Aufsteigens  
  Firstborn  
 

von Frank Eiffert

 
 
 

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 47779,4
Worf übt eine Rede in seinem Quartier, als sich die Tür öffnet und Alexander hereingerannt kommt und Worf von einer Wasserbombe getroffen wird, die ein weiterer Junge vom Gang her geworfen hat. Dieser Junge entschuldigt sich und verschwindet. Worf merkt an, dass sich Alexander und er nach der Schule in ihrem Quartier treffen wollten. Alexander tut es leid, er hatte es vergessen, hat nach der Schule mit Freunden gespielt. Worf will mit Alexander über dessen Zukunft sprechen und beginnt mit seiner eingeübten Rede, spricht vom "Pfad eines Kriegers" und dem Ritus des Aufsteigens, in dessen Alter Alexander nun kommt. Bei diesem Ritus schlägt ein junger Klingone den Weg eines Kriegers ein, wird über seine Kampftechniken geprüft und nach dem Wissen über die Lehren von Kah'less befragt. Alexander ist dies alles egal, seine Mutter hat ihm stets gesagt, er müsse sich nicht mit klingonischen Riten befassen, wenn er es nicht wolle. Also antwortet er seinem Vater, er hätte kein Interesse und verlässt das Quartier und hinterlässt einen deprimierten Worf.

Bei der Besprechung der Brückenoffiziere berichtet Picard, dass sie nun 4 Tage Zeit hätten, bis sie sich mit einem Schiff treffen würden. Picard selbst hat vor, eine archäologische Stätte auf einem nahen Planeten zu besuchen, die Stellardynamik kann Studien über einen nahen Nebel durchführen und die Waffenzielsysteme könnten ausgerichtet werden. Worf ist unkonzentriert. Picard spricht ihn darauf an und fragt nach Worfs Problemen mit Alexander. Im anschließenden Zwiegespräch schlägt er vor, dass Worf und sein Sohn das klingonische Fest Kot'baval besuchen sollten, das auf einem klingonischen Außenposten auf Maranga IV stattfindet. Da ein Shuttle 3 Tage bis dorthin benötigt, soll die Enterprise sie dorthin bringen, zumal der Stellardynamik eine Reise um den Nebel lieb wäre.

Auf Maranga IV nehmen Worf, Alexander und weitere Offiziere der Enterprise an dem Fest teil. Worf und sein Sohn beobachten einen rituellen Bat'leth-Kampf, der von den beiden Darstellern mit opernartigem Gesang begleitet wird. Worf erklärt, dass einer der beiden Kämpfer der Tyrann Molor ist. Ein Klingone im Publikum scheint ein gewisses Interesse an Alexander zu haben, beobachtet diesen aus dem Hintergrund. Der Molor-Darsteller besiegt schließlich seinen Gegner und der Unterlegene fragt die Zuschauer, ob jemand den Kampf an seiner Stelle mit Molor weiterführen will. Worf überlegt kurz und steigt dann in die Szene ein, unterliegt ebenfalls laut Rolle und stellt wiederum die Frage. So motiviert greift Alexander zum Bat'leth und greift den Molordarsteller an, besiegt diesen sogar, da der Darsteller offensichtlich die Angriffe des Kindes nicht einordnen kann. Die Szene entwickelt sich weiter wie geplant, als der Darsteller des Kah'less auftaucht und Molor bekämpft. Alexander ist begeistert.

Am Abend ist Worf alleine auf einem Dorfplatz, als Alexander hinzukommt und aufgeregt von seine Erlebnissen des Tages, auch mit Kindern seines Alters und seiner Spezies berichtet. Als sie gehen wollen, werden sie von drei Klingonen aufgehalten, die sie offensichtlich angreifen wollen. Ein vierter Klingone kommt ihnen zu Hilfe, feuert auf einen der Angreifer, Worf überwältigt die anderen, alle drei fliehen, der Dolch eines Angreifers bleibt zurück. Der Helfer kommt Worf bekannt vor; dieser stellt sich als K'mtar, der Gintak der Familie Mogh, ein vertrauter Berater, vor.

Auf der Enterprise berichtet K'mtar, Worfs Bruder Kurn hätte ihn geschickt, um ein Attentat auf Worf zu verhindern. Riker fragt, warum er sich nicht an die Enterprise gewendet hätte. K'mtar antwortet, er würde niemandem vertrauen. Als Urheber des Attentats kämen laut Kurn nur die Duras-Schwester Lursa und B'Etor in Frage, auch der Dolch ist aus dem Haus der Duras. Diese hätten es auf Kurns Sitz im Hohen Rat abgesehen. Riker will versuchen, die Schwestern zu finden und lädt K'mtar ein, auf der Enterprise zu bleiben.

Alleine, fragt Worf K'mtar, warum dieser so unhöflich zu Riker gewesen sei. K'mtar fragt sich, ob Worf und vor allem sein Sohn nicht schon zu lange unter Menschen sind. Alexander müsse irgendwann einmal das Haus der Mogh führen. Worf räumt ein, dass Alexander noch nicht so weit sei, wie ein Klingone seines Alters sein müsste und erklärt, dass Alexander noch nicht entschieden habe, den Ritus des Aufsteigens durchzuführen. K'mtar schlägt vor, sie sollen gemeinsam versuchen, das Interesse Alexanders an seinem klingonischen Erbe zu wecken. K'mtar will Alexander "Gute Nacht" sagen und geht zu ihm. Er sieht ein Bild von Alexanders Mutter an seinem Bett stehen und fragt, ob er sie vermisst. Alexander bejaht. K'mtar fragt ob er Angst hatte, als die Angreifer sie töten wollten, wieder stimmt Alexander zu. K'mtar erklärt, dass ein klingonischer Krieger nach vollendeter Ausbildung sich immer sicher fühlt und dass Alexander, als Krieger, immer seinem Vater beistehen und ihn beschützen können wird. Worf stand die ganze Zeit an der Tür und hat die Unterhaltung mitgehört.

Data berichtet unterdessen Riker von seiner erfolglosen Recherche nach den Duras-Schwestern. Daraufhin nimmt Riker Kontakt mit Quark auf DS9 auf und erhält von Quark im Austausch gegen Gutscheine im Werte von 12 Barren Latinum die Information, dass die Schwestern eine alte Mienenausrüstung erstanden hätten, um im Kalla-System Magnesit-Erz abzubauen. Die Enterprise macht sich auf den 16-Stunden Flug nach Kalla.

Auf dem Holodeck hat K'mtar ein Programm erzeugt: Es ist der Platz, auf dem der Angriff auf Worf und Alexander erfolgte. K'mtar erzeugt zwei Holo-Klingonen. Alexander hat Angst, gegen einen großen, erwachsenen Klingonen anzutreten. K'mtar sagt, er solle Geschick und List anwenden. Worf erledigt "seinen" Klingonen sofort mit bloßen Händen. Alexander kämpft mit seinem, als K'mtar das Programm anhält. Gemeinsam analysieren sie die Körperhaltung des Holo-Klingonen. Als das Programm weiter läuft, kann Alexander den Klingonen zu Boden bringen, doch er tötet ihn nicht, obwohl K'mtar und Worf ihn dazu auffordern. Als Alexander sich weg dreht, springt der Holo-Klingone auf und hätte Alexander getötet, wenn es ein realer Kampf gewesen wäre. Alexander rennt weg.

Auf der Brücke scannt man die Oberfläche von Kalla III und findet einen Schacht, der Scan nach Lebenszeichen wird von Störungen verhindert. Riker schickt ein Außenteam hinunter.

Im Bergwerk entdecken Data, Geordi und Worf eine Lebensform namens Gorta, der nach anfänglichen Lügen gesteht, dass die Duras-Schwestern ihn alleine zurückgelassen haben, nachdem sie genügend Erz auf ihr Schiff transportiert hatten. Sie wollen sich laut Gorta im Ufandi-System mit einem yridianischen Händler treffen, um das Erz umzuschlagen.

Im Zehn Vorne entschuldigt sich K'mtar bei Worf und sagt, er hätte nur aus Sorge um Alexander so gehandelt. Worf erzählt von Alexanders Mutter und sagt, er wolle ihre Wünsche nicht missachten. K'mtar schlägt vor, Alexander nach Ogat auf eine Ausbildungsakademie zu schicken, so dass er die klingonische Lebensweise kennenlernen könnte. Worf stimmt zu, dass das schön wäre, allerdings solle Alexander doch besser bei ihm bleiben. K'mtar wird ungehalten, fragt erneut, wie Alexander einmal die Familie führen soll und sagt Worf, er würde auch ein "Janora'Kar" in Betracht ziehen und damit die Fähigkeit Worfs anzweifeln, ein Kind zu erziehen, zum Wohle der Familie.

K'mtar erzählt Alexander in dessen Quartier Legenden von Kah'less und Molor. Alexander ist gelangweilt: Er kennt diese Geschichten schon. K'mtar meint, es sei das Wichtigste, diese Geschichten immer wieder zu erzählen. Alexander hinterfragt die Motive der Sagenfiguren. K'mtar verbietet die Fragen und wirft Alexander vor, das viel zu menschlich zu sehen und das sei schlecht, da die Menschen, obwohl Alexander halb menschlich ist, immer den Klingonen in ihm sehen werden. Er erzählt von der Schule. Alexander will nicht dorthin, verlässt das Quartier mit der Erkenntnis, dass K'mtar auch nicht anders als sein Vater ist.

Inzwischen hat die Enterprise das Ufandi-System erreicht und dort den yridianischen Frachter lokalisiert. Ein Scan bestätigt, dass der Frachter Magnesit-Erz an Bord hat, allerdings erst 500 von den geförderten 10.000 Kilo. Riker spricht mit dem Captain des Frachters, der ihm sagt, er hätte das Erz von einem Korvalener, der schon wieder weg sei. Riker bietet ihm ein halbes Gramm biomimetisches Gel für das Erz, ein Angebot, das der Yridianer nicht ausschlagen kann. Riker plant eine Überprüfung der Erzreinheit, so dass der Yridianer die Schilde senkt. Riker lässt das Erz in den luftleeren Raum vor das yridianische Schiff beamen und darauf feuern. Die Explosion enttarnt einen klingonischen Bird of Prey, das Schiff der Duras-Schwestern. Die Enterprise fixiert das Klingonenschiff mit einem Traktorstrahl. Die Schwestern fordern sofort ihre Freilassung, Riker berichtet vom Attentat und den Vorwürfen K'mtars und lädt Lursa und B'Etor auf die Enterprise ein.

Den Schwestern wird der Dolch gezeigt, diese vermuten Rufschädigung. K'mtar spricht von weiteren Beweisen auf der Heimatwelt der Klingonen. Da entdecken die Schwestern auf dem Dolch ein Symbol für den Sohn einer der Schwestern, der noch nicht geboren ist.

K'mtar ist unterdessen in Alexanders Quartier gegangen und will den schlafenden Alexander erschießen. Worf kommt hinzu und überwältigt K'mtar, dieser ruft plötzlich, er sei Alexander. Er sei aus der Zukunft 40 Jahre zurück in die Vergangenheit gereist. Worf fragt ihn nach den letzten Worten seiner Mutter, die K'mtar/Alexander auch bis ins Detail wiedergeben kann. Worf lässt von ihm ab. K'mtar berichtet, er wollte in der Vergangenheit einige Dinge und sich selbst verändern. Worf würde in der Zukunft getötet werden, weil er zu schwach gewesen sei/sein wird. K'mtar berichtet, er sei ein Diplomat geworden und hätte versucht, die Familienfehden beizulegen. Das sei misslungen und Worf sei deshalb getötet worden. Das Attentat auf Alexander und Worf war inszeniert, um Alexander zu motivieren, ein Krieger zu werden. Worf sieht das Geschehene relativ, für ihn sei ein ehrenhafter Tod wichtig und der Frieden sei ein ehrenwertes Ziel, für das es sich zu kämpfen und zu sterben lohne. Er dankt K'mtar für den Blick in die Zukunft. Beide fallen sich mit "Ich liebe dich" in die Arme.

Auf dem Holodeck trainiert Alexander alleine, als Worf hinzukommt. Alexander fragt nach K'mtar, Worf erwidert, er sei abgereist und hätte Grüße für Alexander hinterlassen und er sei immer gedanklich bei ihm. Worf führt Alexander an der Hand vom Holodeck und sagt, für das Training sei noch viel Zeit.

Bewertung

Diese Episode setzt sich einmal mehr mit der Vater-Kind-Beziehung auseinander. Worf hat dabei wie jedes Mal den inneren Kampf zwischen seinen klingonischen Wurzeln und dem Lebensstil auszufechten, den er seit Jahrzehnten gewöhnt ist. Alexander als noch immer nicht mündiges Kind wird wieder und wieder zwischen den zwei Welten hin- und hergerissen. Die zentrale Botschaft dieser Episode ist: Lasst euren Kindern die Freiheit, sich so zu entwickeln, wie sie es wollen. Es ist zwar schön, wenn sich die Interessen der Familie und der Kinder decken, aber dadurch entsteht nicht automatisch Glück und Zufriedenheit.

Dass Alexander als 53-jähriger Klingone auf eine Zeitreise geht, um sich selbst zu verändern, zeigt jedoch, dass selbst diese Erkenntnis, tritt sie bei den Eltern einmal ein, nicht ausreicht, sich auch entsprechend zu verhalten. Dass sich aus Alexander schließlich eine Art Schiffsclown auf einem Klingonenschiff entwickelt, der zu seinen Schwächen steht, wie man aus den letzten DS9-Episoden weiß, ist hier noch nicht abzusehen, es deutet sich aber auch hier an, denn, nachdem Alexander nun freiwillig trainieren will, relativiert Worf dieses Engagement wieder. Auch das trägt nicht zur Stabilisierung Alexanders Persönlichkeit bei.

Eine Nebenhandlung gibt es diesmal nicht. Allerdings fällt auf, dass sich Picard komplett raushält und Riker mit der Enterprise ziemlich viele Kilometer macht, um die Probleme eines Crewmitgliedes zu lösen, aber das sind wir ja schon gewöhnt. Riker ist dabei in allen Situationen äußerst souverän. Sei es beim Verhandeln mit Quark als auch bei Treffen der Entscheidungen, eine Spur mal hierhin, mal dorthin zu verfolgen. Auch die Aktion, das Erz zum Enttarnen des Duras-Schiffs zu verwenden, wird im Akkord entwickelt und umgesetzt.

Die Effekte sind gut und zahlreich, die Maske von K'mtar ist hervorragend, vor allem die Frisur. Er ist ein Paradebeispiel für einen Klingonen. Die Holosimulationen des Kampfes mit den Stops eigentlich simpel, aber gewohnt perfekt.

Da auch Zeitreisen und andere temporäre Phänomene nicht mehr selten in TNG vorkommen, ist auch die Story nicht so unglaubwürdig. Stellt sich doch jeder einmal die Frage, was man nicht alles hätte früher anders machen können. Der Ansatz, sich selbst in der Vergangenheit zu besuchen und auf einen anderen Weg zu leiten, ist dabei interessant und der eine oder die andere hat sich sicherlich schon beim Anschauen dieser Episode gewünscht, auch einmal zu dem einen oder anderen Schlüsselpunkt in der eigenen Vergangenheit zurück zu reisen. Spannung kommt in dieser Episode eigentlich kaum auf. Dazu spielen mit den Duras-Schwestern viel zu bekannte Bösewichte die Hauptrolle, die sich dann noch nicht einmal als solche entpuppen. Dafür wimmelt es in dieser Episode aber von Querverweisen, die es vor allem einem nicht wissenden Zuschauer nicht gerade einfacher macht, die Handlung in den Gesamtzusammenhang einzuordnen.

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

Die Duras-Schwester spielten bereits in "Der Kampf um das klingonische Reich (1)" und "Der Kampf um das klingonische Reich (2)" mit und werden uns noch einmal bei DS9 in "Die Khon-Ma" und im Kinofilm Star Trek: Treffen der Generationen begegnen.

Alexander hatte kontinuierliche Gastauftritte, so dass schon kaum noch von einer "Gastrolle" bei TNG gesprochen werden kann:

Jon Steuer spielte Alexander bei seinem ersten Auftritt in "Tödliche Nachfolge", danach übernahm Brian Bonsall die Rolle, der auch hier als Alexander zu sehen ist.

Quark als Barbesitzer stellt den Querverweis zu DS9 her, die parallel in den USA ausgestrahlt wurde und das zu Beginn eher mäßige Interesse wohl steigern sollte.

 
 
 
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  Druckbare Version

 Erstausstrahlung USA:
  23. 04. 1994

 Erstausstrahlung D:
  20. 07. 1994

 Regie:
  Jonathan West

 Buch:
  Rene Echevarria

 Gaststars:
  Brian Bonsall
  Rickey D´Shon Collins
  Michael Danek
  Barbara March
  Colin Mitchell
  Armin Shimerman
  James Sloyan
  Joel Swetow
  Gwynyth Walsh



  Zuletzt geändert:
  2015-02-10, 18:52
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