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TOS 2.03 Ich heiße Nomad


The Changeling

Review: Matthias Weber
Statistik: Elisabeth Leidenfrost

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 3451,9
Die Enterprise ist unterwegs in das malurianische Sonnensystem, zu dem der Kontakt abgebrochen ist. Auch Uhura bekommt auf ihre Rufe keine Antwort. Spock stellt fest, dass es in diesem System keinerlei Lebenszeichen mehr gibt. Offenbar wurde die gesamte malurianische Rasse ausgelöscht. Dabei handelt es sich um 5 Milliarden Lebewesen. Spock hat keine Ahnung, was die Ursache für die Katastrophe sein könnte.
Sulu meldet inzwischen, dass sich plötzlich die Schutzschilde des Schiffes aktiviert hätten, ein unbekanntes Objekt nähere sich der Enterprise. Das Objekt greift die Enterprise auch sofort an und die Schilde fallen schon bald aus. Uhura gelingt es, eine Verbindung zu dem Objekt herzustellen und Kirk nennt seinen Namen und dass die Enterprise in friedlicher Mission unterwegs sei. Als das Objekt diese Botschaft empfangen hat, stellt es seine Angriffe ein. Es kommt sogar eine Antwort, der man entnehmen kann, dass sich der Fremde als Nomad bezeichnet und dass auch seine Mission friedlich sei. Das fremde Objekt ist ungefähr nur einen Meter groß. Kirk lädt Nomad ein, an Bord der Enterprise zu kommen.

Im Transporterraum wird ein zylinderförmiger Blechkasten materialisiert. Nomad ist offenbar um eine Art Raumsonde. Kirk erinnert sich, dass im 21. Jahrhundert eine gleichnamige Raumsonde vom Mond aus gestartet wurde.
Nomad möchte die Sternenkarten des Schiffes sehen. Kirk willigt ein und möchte sie in den Transporterraum bringen, doch zu seiner Verwunderung besitzt Nomad die Fähigkeit, sich innerhalb der Enterprise schwebend zu bewegen.

In der stellaren Kartografie zeigen Kirk, Spock und McCoy Nomad eine Karte vom Sonnensystem der Erde, welches dieser sofort erkennt. Er bezeichnet Kirk nun als seinen Schöpfer. Spock forscht in den Geschichtsunterlagen nach, was es mit Nomad auf sich hat. McCoy fragt unterdessen nach Nomads Auftrag und dieser antwortet, dass er den Auftrag habe, alle unvollkommenen Lebensformen zu sterilisieren, also zu töten. Nomad hält Kirk für eine Maschine und ist der Meinung, dass er alle anderen biologischen Einheiten auf dem Schiff geschaffen hat.

Spock hat inzwischen einige Informationen erhalten und Kirk, der Vulkanier und McCoy ziehen sich zur Beratung zurück. Kirk sagt Nomad, er solle bei Ingenieur Singh bleiben.
Spock hat herausgefunden, dass die Sonde Nomad, die vom Mond gestartet wurde, den Auftrag hatte, fremde Lebensformen zu finden. Ihr Erbauer war Jackson Roy Kirk. Die Sonde kollidierte mit einem Meteoriten und galt als zerstört. Spock ist der Meinung, dass dies nicht der Wahrheit entspricht. Irgendwie muss Nomads ursprüngliche Programmierung verändert worden sein, so dass er nun alle unvollkommenen Lebensformen steriliseren will. Außerdem wurde offenbar Nomads Datenspeicher beschädigt, so dass Nomad James T. Kirk mit Jackson Roy Kirk verwechselt und den Captain nun für seinen Schöpfer hält.

Inzwischen braucht Uhura von Mr. Singh einige Daten und während dieser sie auf einer Konsole abliest, summt Uhura ein Lied vor sich hin. Nomad hört dies, verlässt die Kartografie und begibt sich auf den Weg zur Brücke.
Dort angekommen, will Nomad von Uhura wissen, welchem Zweck das Singen dient. Als Uhura dies nicht beantworten kann, scannt Nomad ihr Gehirn. Scotty versucht einzugreifen und berührt Nomad, doch dieser glaubt, er würde angegriffen und tötet Scotty. In diesem Moment treffen Kirk, Spock und McCoy ein. McCoy kann für Scotty nichts mehr tun und Uhura ist völlig apathisch und antwortet auf keine Frage. Kirk lässt Scotty und Uhura auf die Krankenstation bringen. Er fragt Nomad, wieso er das getan hat und dieser antwortet, dass beide Lebensformen unvollkommen seien. Nomad fragt Kirk, ob er die biologische Einheit Scott reparieren soll. Da McCoy nichts für ihn tun kann, lässt Kirk es ihn versuchen. McCoy gibt Nomad alle Informationen über die menschliche Anatomie und Nomad kann daraufhin Scotty wirklich wiederbeleben. Uhura kann er jedoch nicht helfen. Er sagt, ihr Gedächtnis sei gelöscht worden.
Da Uhuras Gehirn nicht beschädigt wurde, kann sie ihr verlorenes Gedächtnis wiedererlangen, wenn sie mit Lernen beginnt. Schwester Chapel erteilt Uhura deswegen Unterricht.

Kirk lässt Nomad inzwischen von zwei Wachen in eine Zelle sperren und will, dass Spock ihn untersucht. Spock findet mit den Instrumenten der Enterprise aber nichts heraus, deswegen will er mit der Sonde eine Gedankenverschmelzung versuchen.
Die Gedankenverschmelzung klappt tatsächlich und Spock erhält die gewünschten Informationen. Offenbar ist Nomad mit der Sonde Tan Ru kollidiert, deren Aufgabe es war, auf fremden Planeten Gesteinsproben zu sammeln und zu sterilisieren. Als die beiden kollidierten, vermischte sich ihr Auftrag zu Nomads jetziger Programmierung, unvollkommene Lebewesen zu sterilisieren.

Nachdem Kirk und Spock die Zelle verlassen haben, bricht Nomad aus seiner Zelle aus und tötet dabei die beiden Wachen. Dann begibt er sich in den Maschinenraum, wo er das Antriebssystem der Enterprise stark verbessert. Das Schiff fliegt nun mit sehr hoher Geschwindigkeit, jedoch würde es diesen Belastungen nicht standhalten und bald auseinanderbrechen. Da trifft Kirk ein und befiehlt Nomad, die Änderungen sofort rückgängig zu machen. Spock stellt fest, dass Nomad die beiden Wachen getötet hat, genau wie er es mit den Malurianern getan hat. In seinem Ärger sagt Kirk zu Nomad, dass er ebenfalls eine biologische Einheit sei. Nomad verwirrt diese Aussage, da er seinen Schöpfer Kirk für vollkommen hält und eine biologische Einheit nicht vollkommen sein kann. Kirk lässt Nomad von zwei Wachen begleiten, die ihn in die Zelle zurückbringen sollen, doch auf dem Weg dorthin tötet Nomad erneut seine Bewacher und begibt sich auf die Krankenstation. Dort betäubt er Chapel und nimmt Einsicht in Kirks Personalakte.

Spock befürchtet, dass er dadurch herausfindet, dass Kirk nicht sein Schöpfer ist und dass er ihm dann nicht mehr gehorcht. Nomad begibt sich inzwischen erneut in den Maschinenraum und schaltet die Lebenserhaltung des Schiffes aus.
Kirk folgt ihm und macht der Sonde klar, dass er nicht sein Schöpfer ist. Nomad hat sich also geirrt, und wer sich irrt, kann nicht vollkommen sein. Da Nomad aber den Auftrag hat, alles Unvollkommene zu sterilisieren, müsste er sich selbst sterilisieren. Nomad ist verwirrt und verarbeitet Kirks Aussagen. Derweil bringen Kirk, Spock und Scotty ihn in den Transporterraum und beamen ihn in den Weltraum. Kurz nachdem Nomad gebeamt wurde, zerstört er sich selbst.

McCoy kann unterdessen berichten, dass es Uhura wieder besser gehe. Sie könne bald wieder ihren Dienst antreten.




Bewertung

"Ich heiße Nomad" ist eine ziemlich langatmige und langweilige Folge. Sie kommt zwar ohne große Fehler aus, allerdings erreicht die Folge auch nie eine solche Komplexität, dass Fehler vorkommen könnten.

Nomad stellt in den 45 Minuten allerlei Unsinn auf der Enterprise an und irgendwie fragt sich der wartende Zuschauer, was das Ganze soll.

Interessant ist lediglich eine Szene, in der Kirk, Spock und McCoy im Konferenzraum sitzen, Fakten austauschen und Schlussfolgerungen ziehen. Dies erinnert stark an ähnliche Zusammenkünfte aus der Nachfolgeserie "The Next Generation", in denen sich Captain Picard die Meinungen und die Vorschläge der anderen Offiziere anhört und dann eine Entscheidung trifft. Solche Szenen, in denen die Führungsoffiziere in Teamwork ein bestimmtes Problem erörtern und jeder seine Vorschläge und Ideen einbringen kann, kamen in TOS eher selten vor, wurden allerdings für die Nachfolgeserie TNG wieder aufgegriffen und zu einer regelmäßigen Offiziersbesprechung umfunktioniert. Auch die späteren Serien DS9 und VOY kamen kaum noch ohne eine solche Besprechung aus. Bei TOS dagegen sind sie ein wirkliches Highlight.

Doch mal abgesehen von dieser gelungenen Szene bietet die Folge Star Trek nach Schema F. Eine mächtige Maschine hat ganze Zivilisationen vernichtet und die Enterprise hat die Aufgabe, sie aufzuhalten. Dabei werden noch einige Rothemden umgebracht, damit die Bedrohung auch wirklich deutlich wird, und natürlich darf auch Spocks Gedankenverschmelzung nicht fehlen.

Auch die Auflösung (Kirk überredet den Computer Nomad zur Selbstzerstörung), die schon in der Folge 1.21: Landru und die Ewigkeit nicht überzeugte, wird dadurch, dass man sie nun wiederholt, nicht besser.

Scotty ist nach McCoy in 1.15: Landurlaub und Kirk in 2.01: Weltraumfieber bereits der dritte Charakter, der stirbt und kurze Zeit später wieder von den Toten aufersteht. In Star Trek III - Auf der Suche nach Mr. Spock sollte auch Spock noch folgen.

Die Story von "Ich heiße Nomad" wurde später noch einmal etwas variiert und für den ersten Star Trek-Kinofilm verwendet. Auch dort geht es um eine Raumsonde, die von der Erde gestartet wurde, auf Maschinenwesen trifft, von diesen verändert und zur Erde zurückgeschickt wird. Beide Male bedeutet dies große Gefahr für die Erde. Auch in Star Trek - Der Film wird die Enterprise zunächst von der Sonde angegriffen, bis man mit ihr Kontakt aufnehmen und die friedlichen Absichten beteuern kann. Sogar die Entführung von Lt. Ilia durch die V'ger-Sonde im ersten Kinofilm erinnert ein wenig an diese Folge, in der Uhuras Gedächtnis von Nomad gelöscht wird.

Etwas seltsam ist der Beginn der Folge. Spock behauptet, eine Salve von Nomads Angriffen hätte die Stärke von 90 Photonentorpeods. Da die Enterprise 4 Angriffen standhält, wären dass dann ja 360 Torpedos gewesen. Das erscheint dann doch ein bisschen dick aufgetragen, da ein fremdes Raumschiff oft bereits durch einen einzigen Torpedo zerstört werden kann. Sind die Schilde wirklich so widerstandsfähig, dass sie 360 Torpedos standhalten würden?

Erstaunlich ist die Tatsache, dass Spocks Gedankenverschmelzung auch bei Maschinen funktioniert.

Etwas merkwürdig ist es, dass Scotty als Chefingenieur nicht ein wenig mehr Interesse für Nomad zeigt, immerhin ist er ein erstaunliches Stück Technik. Doch Scotty lässt das alles ziemlich kalt.

Majel Barrett ist hier erneut in der Rolle von Krankenschwester Christine Chapel zu sehen.
Dies ist der erste Beitrag von Autor und Regisseur John Meredyth Lucas, der in der 2. und 3. TOS-Staffel insgesamt 4 Drehbücher verfasste und 3 Folgen inszenierte.
Regie führte, wie bei der letzten Folge, Marc Daniels.

Die deutsche Version wurde vom ZDF erstellt. Der Sender hat dabei, wie üblich, ein paar Szenen herausgeschnitten, wovon jedoch alle von Sat.1 wieder eingefügt wurden.
Auch sonst ist die deutsche Version für ZDF-Verhältnisse erstaunlich nah am Original und frei von Kalauern. Lediglich ein paar Kleinigkeiten stimmen im Deutschen nicht.
So zum Beispiel in der Szene, in der Uhura Lesen lernt. Im Original wird klar, dass Uhuras Muttersprache Suaheli ist, deswegen muss sie nicht, wie im Deutschen, lesen, sondern Englisch lernen.
Außerdem wurden in dieser Folge wieder einmal einige etablierte Begriffe anders übersetzt als sonst. So heißen die Langreichweitensensoren hier Weitstrahlsensoren und das Sternenflottenkommando mal wieder Raumflottenkommando.
Spock darf außerdem einen völlig sinnfreien Satz zum Besten geben, als er zu Nomad sagt: "Die Daten über Commander Scott können jetzt mit Lichtgeschwindigkeit aus den Datenspeichern abgezogen werden. Ich bitte, dies nicht zu schnell zu tun." Im Original sagt Spock lediglich, dass Nomad die Information so schnell abrufen soll, wie es der Computer zulässt.
Die DVD-Version entspricht mit einer Ausnahme der Sat.1-Version. Während Uhura im Original das aus 1.13: Kodos, der Henker bekannte Lied "Beyond Antares" singt, summt sie in der Sat.1-Version nur vor sich hin. Auf der DVD ist ihre Gesang wieder originalgetreu zu hören.

Alles in allem eine ziemlich schwache TOS-Folge. Spannung kommt bei der Geschichte kaum auf, da schon bald relativ klar ist, auf was das Ganze hinausläuft.
Die Special Effects sind ebenfalls eher mäßig. Zu oft kann man die Fäden erkennen, an denen Nomand aufgehängt und bewegt wurde, auch die Explosion am Ende und das Scannen von Uhura überzeugen nicht hundertprozentig.
Die Handlung spielt sich ebenfalls auf sehr mäßigem Niveau ab.
Insgesamt reicht das leider nicht für eine ausreichende Bewertung.

Spannung: 2 SFX: 3 Handlung: 2 Gesamt: 2
Zusammenhänge

Majel Barrett ist in dieser Folge zum zum 5. Mal als Christine Chapel zu sehen. Das letzte Mal war sie in Folge 2.01: Weltraumfieber zu sehen. Ihr nächster Auftritt ist in 2.10: Reise nach Babel.

Diese Folge ist John Meredyth Lucas' erster Beitrag zur Originalserie. Der Produzent der 2. Staffel war an den Drehbüchern folgender Episoden beteiligt:

beteiligt. Außerdem inszenierte er die Folgen

Vic Perrin leiht in dieser Folge Nomad seine Stimme. Er ist außerdem in 2.04: Ein Parallel-Universum als Tharn zu sehen.

Blaisdell Makee, welcher in Folge 1.22: Der schlafende Tiger die Rolle von Lieutenant Spinelli spielte, schlüpft dieses Mal in die Rolle von Mr. Singh.

In dieser Folge geht Kirk erneut seiner Lieblingsbeschäftigung nach, Computer zur Selbstzerstörung zu überreden. Dies tat er bereits in 1.21: Landru und die Ewigkeit, und er wird es in Folge 2.24: Computer M5 wieder tun.

Teile von Nomads Modell werden in 3.02: Die unsichtbare Falle für die Tarnvorrichtung der Romulaner und in 3.19: Planet der Unsterblichen für die Computer M4 und M5 wiederverwendet.

Kleine TOS-Statstik
1. zerrissene Shirts von Kirk: 0
Kirks Shirt bleibt in tadellosem Zustand.
2. Anwendungen von Spocks Nackengriff: 0
Spocks Nackengriff kommt hier nicht zum Einsatz.
3. Spocks "Faszinierend": 0 mal
Spock fasziniert hier nichts.
4a. Spocks "logisch": 4 mal
Spock findet Scottys Wiederbelebung faszinierend.
Spock nach der Geistesverschmelzung mit Nomad: "Faszinierend! Fantastisch, Captain!"
Spock findet Nomads Zerstörung faszinierend und bezeichnet sie als Verschwendung.
Spock zu Kirk, nachdem dieser Nomad außer Gefecht gesetzt hatte: "Ihre Logik war faszinierend, Captain."
4b. Spocks "unlogisch": 0 mal
Spock findet diesmal nichts logisch.

Aber:
Spock über Nomad: "Seine Logik ist programmiert und man kann nicht vorhersagen, wie er darauf reagiert."
Und: "Nomad ist anscheinend jetzt auf der Suche nach perfekten Lebensformen, wobei er die Perfektion an seiner eigenen glasklaren Logik misst."
Spock über Jackson Roy Kirk, Nomads Erbauer: "Die perfekte Denkmaschine mit absoluter Logik war sein Traum."
Nomad über Spock: "Dieser Computer arbeitet logisch einwandfrei."
Spock zu Kirk, nachdem dieser Nomad außer Gefecht gesetzt hatte: "Meinen Glückwunsch, Captain, ein verwirrendes Spiel mit der Logik."
Und: "Ihre Logik war faszinierend, Captain."
5. McCoys: "Ich bin Arzt und kein...": 0 mal
Spock findet auch nichts unlogisch.

Aber:
Nomad bezeichnet Kirks Folgerung, dass sich jemand in seinem Inneren aufhalten würde, als unlogisch.
Nomad über Pille: "Er reagiert unlogisch."
6. McCoys: "Er ist tot, Jim." und Variationen: 0 mal
Alle leben noch, Jim.
7. tote Rothemden: 1
McCoy, nachdem Scotty von Nomad getötet wurde: "Er ist tot, Jim."
8. hysterisch kreischende Frauen: 4
Nomad tötet 2 Rothemden, als er aus seiner Zelle ausbricht, und 2 weitere auf dem Weg zurück zur Zelle.

Außerdem:
Scotty wird von Nomad getötet und anschließend auf Kirks Befehl hin wiederbelebt.
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Ausdruck vom: 21. 08. 2019
Stand des Reviews: 24. 03. 2019
URL: http://www.startrek-index.de/tv/tos2_3.htm