DSi

TOS 1.14 Spock unter Verdacht


Balance of Terror

von Matthias Weber

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 1709,1
Die Enterprise ist unterwegs zur Neutralen Zone, die als Pufferzone zwischen den Romulanern und der Föderation nach Beendigung der Feindseligkeiten vor über 100 Jahren eingerichtet worden war. Am Rand der Neutralen Zone hat die Föderation einige Außenposten, zu denen nun der Kontakt abgebrochen ist.
Während die Enterprise mit maximaler Geschwindigkeit unterwegs ist, wollen Lt. Robert Tomlinson und Yeoman Angela Martine auf der Enterprise heiraten. Kirk soll die Trauung durchführen, doch während der Zeremonie erhält die Enterprise einen Notruf eines der Außenposten. Man werde von einem unbekannten Schiff angegriffen.
Die Enterprise ist noch zu weit entfernt um dem Außenposten zu helfen, der Kontakt zu ihm bricht ab. Spock informiert die Besatzung unterdessen über die Romulaner. Der Krieg zwischen der Föderation und den Romulanern wurde mit primitiven Nuklearwaffen geführt. Da noch keine visuelle Kommunikation existierte, bekamen sich die beiden Parteien nie zu sehen. Der Waffenstillstand, der die Neutrale Zone festlegte, wurde über Subraumfunk ausgehandelt. In die Neutrale Zone darf kein Schiff, egal von welcher Seite, einfliegen. Bis heute sei dieser Vertrag von beiden Seiten respektiert worden. Kirk teilt der Besatzung mit, dass die Enterprise notfalls zu opfern ist, wenn dadurch ein neuer Krieg verhindert werden kann.
Die Enterprise bekommt nun wieder Kontakt zu Commander Hansen, dem Kommandanten des angegriffenen Außenpostens. Er berichtet von einem Schiff, das eine Art Plasmawaffe abgefeuert habe und dann verschwunden sei. Plötzlich taucht das Schiff wieder auf und feuert erneut auf den Außenposten, der daraufhin zerstört ist, wie bereits die anderen Posten. Die Enterprise ist noch nicht nahe genug um zu helfen, auch die Warnrufe an das fremde Schiff sind erfolglos. Dann verschwindet das Schiff wieder von den Schirmen, offenbar hat es einen Tarnmechanismus. Man kann es nur noch mit den Sensoren verfolgen. Spock stellt fest, dass es Kurs auf die Neutrale Zone nimmt, in Richtung der romulanischen Heimatwelt.
Kirk geht auf Parallelkurs, damit die Romulaner die Enterprise für eine Reflexion ihrer selbst halten. Inzwischen empfängt Spock einige Funksignale und kann ein Bild von der Brücke des romulanischen Schiffes bekommen. Auf der Enterprise herrscht großes Erstaunen, als man feststellt, dass die Romulaner in ihrem Aussehen sehr große Ähnlichkeit mit den Vulkaniern haben. Diese Tatsache wertet Lt. Stiles, der Navigator, als Zeichen dafür, dass Spock ein Spion der Romulaner ist.

Auf dem Romulanerschiff hat ein Crewmitglied unerlaubt einen Funkspruch abgesetzt. Er wird deswegen gerügt und und gleich zweifach degradiert. Der Kommandant des Schiffes hat bereits den Verdacht, dass der Schatten der sie verfolgt, ein Föderationsschiff sein könnte.

Auf der Enterprise gibt es inzwischen eine Lagebesprechung. Lt. Stiles ist dafür, das romulanische Schiff anzugreifen, da es sonst zu Hause Meldung über die gewonnene Schlacht machen würde, woraufhin die Föderation bald mit der ganzen Flotte der Romulaner zu kämpfen hätte. Spock stimmt Stiles zu. Er ist ebenfalls der Ansicht, dass die Föderation keine Schwäche zeigen darf. Die Romulaner würden in Kürze einen Kometenschweif durchfliegen, durch den sie sichtbar würden und damit leicht zu treffen wären. Kirk befiehlt die Besetzung der Kampfstationen. Er möchte das Schiff angreifen, wenn es den Schweif durchfliegt.

Was die Enterprise-Crew nicht weiß ist die Tatsache, dass auch der romulanische Kommandant plant, die Enterprise in diesem Kometenschweif anzugreifen. Wenn das Sternenflottenschiff in den Schweif einfliegt, würde man den Sensorenkontakt verlieren. Das wäre der Zeitpunkt für die Romulaner, ihr Schiff zu wenden und direkt auf die Enterprise zuzufliegen.
Als das romulanische Schiff in den Schweif einfliegt, errät der Kommandant plötzlich den Plan von Kirk und fliegt zunächst ein Ausweichmanöver.

Als die Enterprise durch den Schweif fliegt, ist vom romulanischen Schiff nichts zu sehen. Kirk gibt zu, den romulanischen Kommandanten unterschätzt zu haben. Er lässt ebenfalls ein Ausweichmanöver fliegen und die Phaser blind abschießen in der Hoffnung, das romulanische Schiff zufällig zu treffen. Tatsächlich gelingt dies und das romulansiche Schiff wird beschädigt. Der romulanische Centurion, ein Freund des Captains, wird dabei getötet.
Das Romulanerschiff fliegt nunmehr einen Angriff auf die Enterprise. Bevor es seine Waffe abfeuern kann, muss es kurz sichtbar werden. Da ein Stromkreis der Phasersteuerung der Enterprise durchgebrannt ist, kann die Enterprise kein Gegenfeuer leisten. Als das Romulanerschiff seine Plasmawaffe abfeuert, befiehlt Kirk sofort mit Maximum Warp zu flüchten. Die Plasmawelle holt die Enterprise trotzdem ein, allerdings verliert sie nach einer gewissen Distanz einen Teil ihrer Wirkung, so dass sie der Enterprise nicht sonderlich schadet. Nach diesem Angriff nimmt das Romulanerschiff wieder Kurs auf die Neutrale Zone. Kirk lässt wieder auf Parallelkurs einschwenken. Inzwischen hat Spock auch die defekte Phaserspule ausgewechselt.

Als das romulanische Schiff nur noch eine Minute von der Neutralen Zone entfernt ist, versucht Kirk es aufzuhalten, indem er erneut die Phaser abfeuern lässt. Doch das Romulanerschiff wird nur leicht beschädigt und kann weiterfliegen. Kirk hat keine andere Wahl und folgt dem Schiff in die verbotene Zone.
Der romulanische Kommandant lässt inzwischen alle Trümmer auf seinem Schiff zusammen mit dem Körper des toten Centurion in den Müllabsetzer werfen, damit die Menschen glauben, man habe sein Schiff zerstört. Dann lässt der Captain alle Maschinen abschalten, damit die Enterprise sie nicht mehr finden kann. Deren Crew fällt auf den Trick des romulanischen Captain jedoch nicht herein. Allerdings kann man das Romulanerschiff nicht mehr finden und spielt nun ebenfalls toten Mann.
Dies geht so einige Stunden. Als Spock die schmorende Phaserspule erneut auswechselt, betätigt er aus Versehen einen Knopf an seinem Pult, wodurch die Romulaner die Position der Enterprise kennen. Kirk lässt daraufhin die Maschinen wieder einschalten und feuert erneut die Phaser blind ab, um einem Angriff der Romulaner zuvorzukommen.

Der romulanische Captain lässt inzwischen erneut die Trümmer in den Müllabsetzer werfen. Allerdings fügt er dieses Mal einen alten Nuklearsprengkopf mit Wärmezündung hinzu.
Auf der Enterprise kann man den Nuklearsprengkopf gerade noch rechtzeitig registrieren. Kirk lässt sofort die Phaser abfeuern. Durch die Wärme der Phaser detoniert der Nuklearsprengkopf. Die Enterprise hat schwere Schäden, die Phasercrew fällt bis auf Tomlinson aus. Lt. Stiles hat einen Lehrgang in der Phaserbedienung gemacht und wird deswegen versetzt. Kirk spielt inzwischen erneut toten Mann, damit die Romulaner sie nicht finden können.
Der romulanische Kommandant will die wehrlose Enterprise eigentlich nicht angreifen. Er möchte am liebsten sofort nach Hause zurückehren und die beschädigte Enterprise hier zurücklassen, doch einer seiner Untergebenen erinnert ihn an seine Pflicht. Somit ist er gezwungen, den Kampf mit der Enterprise weiter zu führen, doch es gelingt nicht, das Sternenflottenschiff wieder aufzuspüren.

Spock schaut unterdessen im Phaserbedienungsraum vorbei. Stiles ist immer noch feindselig ihm gegenüber eingestellt. Gerade als Spock den Raum verlassen hat, brennt die Phaserkühlung durch. In diesem Moment fliegt das romulanische Schiff erneut einen Angriff. Kirk befiehlt die Phaser abzufeuern, doch der Kontrollraum reagiert nicht. Spock ahnt, dass irgend etwas nicht stimmt und eilt zurück. Der gesamte Raum ist mit Gas geflutet. Stiles und Tomlinson sind bewusstlos. Spock feuert die Phaser ab. Das romulanische Schiff wird getroffen und schwer beschädigt. Der Kommandant lehnt eine Gefangennahme durch die Crew der Enterprise ab und zerstört sein eigenes Schiff.
Auf der Krankenstation wird inzwischen Stiles behandelt. Ihm geht es schon wieder einigermaßen gut, dank der Rettung durch Spock. Er weiß nun, dass der Vulkanier kein Spion ist. Tomlinson, der Mann, der am Morgen heiraten wollte, konnte nicht mehr geholfen werden, er ist seinen Verletzungen erlegen. Kirk versucht in der Messe seine Verlobte zu trösten, doch sie sagt, sie würde schon zurechtkommen.




Bewertung

Bei "Spock unter Verdacht" handelt es sich um eine eher untypische TOS-Folge. Die Handlung ist kriegerisch, es gibt viel Waffenfeuer mit Verletzten und Toten auf beiden Seiten. Auch das aggressive Gebaren der Romulaner ist eine neue Qualität und das Auslassen von Diplomatie und Verhandlungsgeschick zur Konfliktlösung erinnert nur zu sehr an Konflikte des 20. Jahrhunderts auf der Erde. Dabei hat aber doch gerade Star Trek den Anspruch, ein friedliches und ausgewogenes Zusammenleben von Außerirdischen mit den Menschen aufzuzeigen. Stattdessen fällt man hier in überwunden geglaubte militärische Verhaltensmuster zurück. Andererseits ist dies auch ein Vorgeschmack auf die zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen, von denen das Star Trek-Universum noch erschüttert werden wird. Auch Science Fiction kommt eben nicht ganz ohne solche Konflikte aus.
Deutlich sieht man hier aber auch, wie sich Star Trek selbst bei einer so kriegerischen Folge noch von anderen Science Fiction-Geschichten im positiven Sinne unterscheidet. Die Gegner werden nicht als irgendwelche eindimensionalen Aliens gezeigt, über die man nichts erfährt und die man nur vernichten muss weil sie böse sind. Im Gegenteil, die Romulaner und ihre Befindlichkeiten werden sehr intensiv ausgeleuchtet, und diese Szenen sind die interessantesten der Folge. Man erfährt viel über ihre Kultur und ihre Auffassung von Ehre. Die romulanische Kultur wird vorgestellt als ein Ableger einer früheren Vulkanier-Ära, ein Umstand, der in späteren Star Trek-Serien und Filmen noch mehrfach aufgegriffen wird.
Interessanterweise haben Ehre und Pflichterfüllung einen hohen Stellenwert in der romulanischen Kultur. Diese Eigenschaften wurden erst sehr viel später auf die Klingonen übertragen. Die Romulaner sind in der Originalserie die um einiges kultivierteren Gegner als die Klingonen. Durch ihre Ehrenhaftigkeit zählen sie auch zu den interessantesten Gegnern. Die Klingonen in TOS halten noch nicht sehr viel von Ehre. Erst bei TNG wurden diese Eigenschaften vertauscht, die Klingonen wurden in die von Ehre und Ruhm getriebene Spezies verwandelt, während die Romulaner ihre früheren Eigenschaften im Großen und Ganzen vergessen haben und vielmehr als verschlagen gelten. Sie werden bei TNG, ähnlich wie in dieser Folge, sehr geheimnisvoll dargestellt, allerdings sind ihre Taten nicht sehr ehrenvoll. Dadurch verlieren sie leider einen gewissen Reiz, auch wenn sie natürlich noch immer zu den interessantesten Spezies zählen.
Nach dem Ende von TNG ist es um die Romulaner relativ still geworden. Bei DS9 spielten sie eine eher untergeordnete, in Voyager so gut wie keine Rolle. Erst der Kinofilm Star Trek X - Nemesis stellt die Romulaner nach langer Zeit wieder in den Mittelpunkt. Dabei ist die Handlung allerdings sehr auf einen einzigen Antagonisten, anstatt auf die ganze Spezies konzentriert.

Auffällig ist die in dieser Folge vorgestellte Organisationsstruktur der Romulaner, die sehr an die der alten Römer erinnert. Es gibt einen Centurion und ein Praetor wird erwähnt, offenbar der militärische Oberbefehlshaber, der in den Schilderungen ein wenig an Julius Cäsar erinnert. Auch die Gewänder der Romulaner haben unbestreitbar Ähnlichkeit mit Römer-Kostümen, wie wir sie aus Filmen kennen. Schon der Name Romulus weist auf eine solche Verbindung hin. Dies mag nicht sehr logisch erscheinen, da die Romulaner ja nicht von der Erde stammen, allerdings passt alles ganz gut zusammen, denn offenbar haben die Romulaner in Eroberung und Unterwerfung anderer Sternsysteme auch eine ähnliche Philosophie und Zielsetzung wie einst die Römer.

Die Handlung der Folge erinnert sehr an das typische Katz-und-Maus-Spiel, das wir aus berühmten U-Boot-Filmen wie "Jagd auf roter Oktober" kennen. Überhaupt scheint die Story eine U-Boot-Geschichte gewesen zu sein, die man in den Weltraum verlegt hat. Auch die Brücke des romulanischen Schiffes mit der spartanischen Einrichtung erinnert ein wenig an ein U-Boot.
Der Rest der Handlung lebt vom Duell der beiden Kommandanten. Auf der einen Seite der Romulaner (übrigens gespielt vom späteren Sarek-Darsteller Mark Lenard), der in dieser Geschichte einige sehr sympathische und auch menschliche Züge bekommt. Er wird als kriegsmüder Kommandant dargestellt, der die Konsequenzen einer erfolgreichen Mission genau kennt, nämlich, dass ein neuer Krieg zwischen Romulus und der Föderation ausbrechen könnte. Da er gegen so etwas ist, wäre es ihm am liebsten, wenn sein Schiff von der Mission nicht zurückkehren würde. Trotzdem erfüllt er seine Pflicht bis in den Tod. Obwohl der Kommandant damit sympathischer gemacht wurde, beging man nicht den Fehler, ihn zu sehr zu vermenschlichen. Auf der anderen Seite haben wir Kirk, der ebenfalls den Krieg verhindern will, dazu aber gezwungenermaßen Waffengewalt einsetzen muss. Im Konflikt der beiden Kommandanten laufen sowohl Mark Lenard als auch William Shatner zur Höchstform auf.
Lobenswert ist aber auch, dass der Rest der Stammcrew in der Folge trotz der Konzentration auf den Captain nicht vernachlässigt wird.
Schön gemacht ist der Dialog zwischen Kirk und McCoy in Kirks Quartier, der ein wenig an den Dialog von Captain Pike und Dr. Boyce im Pilotfilm 1.00: Der Käfig erinnert.
Insgesamt zeichnet die Folge, wie schon ihr Vorgänger, ein recht düsteres Bild von der Galaxie und ihren Gefahren.

Ansonsten macht die Episode noch den Versuch sich mit Vorurteilen zu befassen. Lt. Stiles ist misstrauisch gegenüber Spock, weil er den Romulanern so ähnlich sieht. Diese Thematik wird allerdings nicht sehr ernsthaft verfolgt und auch ihre Auflösung ist klischeehaft, denn Stiles wird, wie könnte es anders sein, von Spock gerettet, bei dem er sich anschließend entschuldigt und ihm von nun an vertraut.
Überhaupt ist die Folge stark mit Klischees beladen. Da passt es auch, dass ausgerechnet der Bräutigam Tomlinson das einzige Todesopfer auf der Enterprise ist. Auch Kirks Worte, die er am Ende der Folge an Angela Martine richtet, dass ihr Verlobter nicht umsonst gestorben sei, ist inzwischen doch eine sehr abgedroschene Floskel.
Man könnte meinen, durch die vielen Klischees wird die Qualität der Folge gemindert, doch erstaunlicherweise hat man nicht diesen Eindruck und man sieht bei der ansonsten sehr spannenden Handlung gern darüber hinweg.

Allerdings gibt es in der Handlung auch einige Fehler und Ungereimtheiten. Da wäre zunächst einmal Scottys Behauptung, das Romulanerschiff würde nur über Impulsantrieb verfügen. Das ist einfach nur Schwachsinn, denn ohne Warpantrieb hätte das Schiff nie und nimmer die neutrale Zone erreicht. Außerdem gibt die hier zum ersten Mal in Star Trek erwähnte Tarnvorrichtung der Romulaner Rätsel auf. Sie scheint zumindest in dieser Folge nur Unsichtbarkeit zu bewirken. Mit den Sensoren kann Spock das Schiff nämlich ohne Probleme orten, trotz aktivierter Tarnung. Fraglich ist dann allerdings, wieso die Romulaner den enorm hohen Energieverbrauch riskieren, wenn die Vorrichtung offenbar gar nichts bringt. Außerdem ist unklar, wieso die Enterprise so große Probleme hat, die Phaser genau abzufeuern, wenn doch die Sensoren zur Verfügung stehen. Stiles redet sogar davon, dass die Phaser blind abgefeuert werden. Dies wirkt doch arg konstruiert und nicht sehr glaubwürdig für das Flaggschiff der Sternenflotte.

In Stiles Verdacht, Spock wäre ein Spion der Romulaner, sahen viele Fans damals eine Anspielung auf die McCarthy-Ära in den USA in den 50er Jahren, als viele Bürger der USA sich einer Verfolgung als vermeintliche Kommunisten und sowjetische Spione ausgesetzt sahen, meist ohne dass dafür Beweise existiert hätten.

In dieser Folge erfahren wir einige sehr interessante Details über den Krieg zwischen der Föderation und den Romulanern, die den Grundstein für den auch in den späteren Serien auftauchenden Konflikt zwischen den beiden Welten bildet. Nach der offiziellen Star Trek-Chronologie wurde der Konflikt in den Jahren 2156-2160 ausgetragen. Gekämpft wurde mit primitiven Nuklearwaffen und die beiden Kriegsparteien haben sich nie zu Gesicht bekommen, da es noch keine visuelle Übertragungsmöglichkeit gab. Dieser Umstand ist allerdings völlig unglaubwürdig und wohl nur mit dem Technikwissen der 60er Jahre erklärbar. Letztlich entsteht dadurch auch noch ein Kontinuitätsproblem für die Enterprise-Serie (2001-05), in der Captain Archers Schiff als Vorläufer der Kirk-Enterprise durchaus über visuelle Übertragung verfügt. In dieser Folge nun dringt ein Romulanerschiff in die Neutrale Zone und später ins Föderationsgebiet ein. Die Gründe für diese offensichtliche Kriegstreiberei der Romulaner bleiben jedoch offen.
Interessant ist noch die Mitteilung von Kirk an seine Besatzung, dass die Enterprise notfalls zu opfern sei, wenn damit ein neuer Krieg zwischen Romulus und der Föderation verhindert werden kann. Die Friedensliebe der Föderation in allen Ehren, aber dafür sogleich ein Raumschiff mit vielen hundert Menschen an Bord opfern zu wollen, erscheint zumindest fragwürdig. Captain Picard aus TNG hätte dazu gesagt: "Es gibt immer eine Alternative!"

Grace Lee Whitney hat in dieser Folge ihren letzten von insgesamt 8 Auftritten als Yeoman Janice Rand. Sie steht dieses Mal nur wortlos im Hintergrund ohne eine Sprechrolle zu haben.
Drehbuchautor Paul Schneider schrieb auch 1.17: Tödliche Spiele auf Gothos.
Regie führte Stammregisseur Vincent McEveety.

Die deutsche Version, welche für Sat.1 hergestellt wurde, enthält alle Originalszenen und ist relativ gelungen. Die Tarnvorrichtung der Romulaner wurde mit "Unsichtbarkeitsschirm" übersetzt.
In allen deutschen Versionen fehlt am Ende der Episode ein kleines wortloses Stück, in dem im Original die Produzenten eingeblendet werden. In dieser Folge sieht man in dieser Sequenz Kirk, wie er nach dem Gespräch mit Angela Martine auf dem Korridor wieder Haltung annimmt.
Der deutsche Titel, der sich auf Lieutenant Stiles' Verdacht, Spock könne ein Spion der Romulaner sein, bezieht, ist im Vergleich zum amerikanischen Titel schlecht gewählt, da er suggeriert, dass es sich um eine Spock-Folge handelt, was aber nicht der Fall ist.
Der Begriff "subspace radio" (=Subraumfunk) wurde aus unerfindlichen Gründen nicht übersetzt.
Für die DVD-Version wurde lediglich ein "Ja Sir" von Uhura hinzugefügt, da Uhura in einer Szene die Lippen bewegte, obwohl im Deutschen nichts zu hören war.

Die Spannung ist, wie schon in den vorangegangenen Folgen, auf konstant hohem Niveau, was hier wieder einmal eine Bewertung von 6 Punkten einbringt.
Die Special Effects ließen bei der Nachbearbeitung der Folge lange auf sich warten (deswegen wurde sie auch schon als 8. Folge gedreht, aber erst als 14. ausgestrahlt), sind aber auch entsprechend gut. Der romulanische Warbird ist sehr interessant gestaltet, die Innenkulissen sind primitiv, was wohl auch beabsichtigt war, um die düstere Atmosphäre zu unterstreichen. Dafür sehen wir auf der Enterprise einige neue Kulissen, wie zum Beispiel die Messe, die in Wirklichkeit ein umgebauter Transporterraum ist, und den Phaserkontrollraum, der bisher auch noch nicht vorkam. Einziges Manko der Special Effects sind augenscheinlich die Phaser. Immer wenn davon die Rede ist, dass man die Phaser abfeuert, bekommt man den Torpedoeffekt zu sehen. Die Phasereffekte waren in diesem Umfang zu teuer und zu aufwändig für damalige Zeiten. Die Folge war schließlich auch so schon die zweitteuerste der gesamten Serie. Trotz dieses Fehlers erhalten die Effekte eine gute Bewertung. Die Handlung ist an manchen Stellen zu klischeebeladen und hat auch einige unlogische Stellen, reicht aber immer noch zu einer guten Bewertung.

Bei Umfragen unter den amerikanischen Fans nach der besten TOS-Folge landet diese Episode fast immer unter den besten 5. Soweit würde ich vielleicht nicht gehen, trotzdem ist es eine sehr spannende Folge, die man getrost mit Gut bewerten kann.

Spannung: 6 SFX: 5 Handlung: 5 Gesamt: 5
Zusammenhänge

Grace Lee Whitney hat hier ihren letzten Auftritt in der Rolle von Yeoman Janice Rand. Sie hatte Auftritte in den Folgen

Grace Lee Whitney hat als Janice Rand auch Auftritte in den Kinofilmen Star Trek - Der Film, Star Trek III - Auf der Suche nach Mr. Spock, Star Trek IV - Zurück in die Gegenwart und Star Trek VI - Das unentdeckte Land. Sie hat außerdem einen Auftritt in der Voyager-Folge 3.02: Tuvoks Flashback.

Den letzten von zwei Auftritten hat John Arndt als Fields. Er spielt ihn auch in Folge 1.08: Miri, ein Kleinling. John Arndt spielt außerdem ein Crewmitglied in den Folgen 1.09: Der Zentralnervensystemmanipulator und 1.22: Der schlafende Tiger.

In dieser Folge taucht zum ersten Mal in Star Trek Mark Lenard auf. Er spielt später in der Folge 2.01: Weltraumfieber Spocks Vater Sarek. Dieselbe Rolle spielt er in den Kinofilmen Star Trek III - Auf der Suche nach Mr. Spock, Star Trek IV - Zurück in die Gegenwart und Star Trek VI - Das unentdeckte Land, sowie in den TNG-Folgen 3.23: Botschafter Sarek und 5.07: Wiedervereinigung? Teil 1. Außerdem spielt er in Star Trek - Der Film einen klingonischen Captain.

Lawrence Montaigne (Decius) war zu Beginn der 2. Staffel als Ersatzschauspieler für Spock vorgesehen, als Leonard Nimoy eine zu hohe Gage forderte. Doch dann einigte man sich doch noch mit Nimoy. Montaigne durfte dafür in Folge 2.01: Weltraumfieber als Stonn auftreten.

Barbara Baldavin, die hier Angela Martine spielt, hat bereits in der nächsten Folge 1.15: Landurlaub einen weiteren Auftritt. Sie spielt dort Angela Teller. Außerdem spielt sie Baker in der Folge 1.22: Der schlafende Tiger und einen Kommunikationsoffizier in 3.24: Gefährlicher Tausch.

Vince Deadrick, der hier einen Romulaner spielt, sahen wir bereits in 1.07: Der alte Traum als Ensign Matthews.

Ihren ersten Auftritt in Star Trek haben in dieser Folge die Romulaner. Sie treten in den Folgen 2.12: Wie schnell die Zeit vergeht und 3.02: Die unsichtbare Falle auf. Außerdem haben sie zahlreiche Auftritte in den neuen Star Trek-Serien, vor allem in TNG.

Kleine TOS-Statstik
1. zerrissene Shirts von Kirk: 0
Kirks Shirt bleibt in tadellosem Zustand.
2. Anwendungen von Spocks Nackengriff: 0
Keine betörten Frauen dieses Mal.
3. Spocks "Faszinierend": 0 mal
Spock fasziniert hier nichts.
4a. Spocks "logisch": 0 mal
Spock findet hier überhaupt nichts logisch.
4b. Spocks "unlogisch": 0 mal
Spock findet dieses Mal nichts logisch.

Aber:
Der romulanische Kommandant sagt: "Er denkt logisch, deswegen weiß er, was ich denke."
5. McCoys: "Ich bin Arzt und kein...": 0 mal
McCoy darf seinen berühmten Satz nicht sagen.
6. McCoys: "Er ist tot, Jim." und Variationen: 0 mal
Alle leben noch, Jim.
7. tote Rothemden: 0
Auch diesen Satz sagt er diesmal nicht.
8. hysterisch kreischende Frauen: 0
Mit Tomlinson stirbt mal wieder ein Gelbhemd.
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Ausdruck vom: 21. 08. 2019
Stand des Reviews: 24. 03. 2019
URL: http://www.startrek-index.de/tv/tos1_14.htm