Deutscher StarTrek-Index  
  4.1/4.2 Der Weg des Kriegers  
  The Way of the Warrior  
 

von Matthias Weber

 
 
 

Episodenbeschreibung

Sisko und seine Crew halten eine Übung ab, um die Station sicherer gegen eine Invasion des Dominion zu machen.

Am Abend trifft Kasidy Yates mal wieder auf der Station ein und Sisko kocht für sie. Zum gleichen Zeitpunkt enttarnen sich plötzlich mehrere Dutzend Kriegsschiffe der Klingonen rund um die Station. General Martok, der Anführer der Streitmacht, gibt Sisko gegenüber an, dass die Klingonen gekommen sind, um mit ihren Föderationsverbündeten zusammen das Dominion zu bekämpfen. Sisko zeigt sich darüber wenig begeistert. Er versichert Martok, dass dies nicht nötig ist, doch Martok denkt nicht daran, abzuziehen. Sisko ist der Meinung, dass hinter dem Auftauchen der Klingonen mehr steckt und Martok ihm nicht alles gesagt hat. Allerdings sieht Sisko auch keine Möglichkeit die Wahrheit herauszufinden.

Als Kasidy Yates mit ihrem Frachter auf einer neuen Mission unterwegs ist, wird sie von den Klingonen angehalten. Man will ihr Schiff durchsuchen. Sisko kommt ihr mit der Defiant zu Hilfe. Commander Kaybok von den Klingonen gibt an, dass er auf Kasidys Schiff nach Wechselbälgern zu suchen hat. Sisko warnt ihn jedoch mit einem Phaserschuss vor seinen Bug davor, da er sich in bajoranischem Raum befindet und er kein Recht hat, ein Schiff zu stoppen und es zu durchsuchen. Kaybok gibt nach, um einen Konflikt mit der Defiant zu vermeiden und fliegt ab. Sisko kehrt auf die Station zurück. Dort angekommen kann ihm Dax berichten, dass sich die Klingonen in neutralen Raum zurückgezogen haben. Dort kann Sisko nichts mehr gegen die Durchsuchungen der Klingonen tun, es sei denn sie versuchen ein Föderations- oder Bajoranerschiff anzuhalten.

Sisko möchte mit Martok reden, doch der knallt ihm lediglich den Dolch von Commander Kaybok auf den Tisch. Martok möchte Sisko damit mitteilen, dass Kaybok aufgrund der "Befehlsverweigerung" getötet wurde. Sisko kommt mit der Situation nicht mehr zurecht und braucht Unterstützung durch einen Experten auf dem Gebiet der Klingonen. Er nimmt Kontakt mit der Sternenflotte auf und wenig später kommt Lieutenant Commander Worf auf die Station. Worf gibt an, dass er nach der Zerstörung der Enterprise D vermutlich seine Sternenflottenkarriere an den Nagel hängen wird, er jedoch bereit ist, diesen letzten Auftrag zu übernehmen. Er verspricht Sisko herauszufinden, was Martok wirklich im Schilde führt.

Worf nimmt Kontakt mit einigen Freunden und Bekannten im klingonischen Reich auf, bekommt jedoch von keinem eine Antwort, noch nicht mal von seinem Bruder Kurn. Als diese Vorgehensweise fehlschlägt, ändert er seine Strategie und bittet einen Freund seines Vaters um die Einlösung einer alten Schuld. Von diesem älteren Klingonen erfährt Worf beunruhigende Nachrichten und weiß zunächst nicht, ob er sie Sisko überhaupt mitteilen soll. Letztendlich entscheidet er sich aber doch für die Sternenflotte und teilt Sisko mit, dass die Klingonen erfahren haben, dass es im cardassianischen Reich einen politischen Umsturz gegeben hat und nun eine zivile Regierung die Kontrolle übernommen hat. Die Klingonen sind davon überzeugt, dass dahinter die Wechselbälger und das Dominion stecken. Sie wollen in Kürze einen großen Angriff auf das cardassianische Reich durchführen.

Sisko bittet Martok zu sich und konfrontiert ihn mit seinen neuen Erkenntnissen. Er gibt Martok zu verstehen, dass dieser Angriff nicht stattfinden sollte, wenn die Klingonen nicht das Abkommen mit der Föderation aufs Spiel setzen wollen, welches die beiden Welten zu Verbündeten machte. Martok kehrt daraufhin auf sein Schiff zurück und wenig später verlässt die gesamte Klingonenflotte DS9 mit Kurs auf die cardassianische Heimatwelt.

Da die Klingonen immer noch die Verbündeten der Föderation sind, kann diese die Cardassianer nicht einfach so warnen. Sisko und seinen Kollegen gelingt es aber auf Umwegen, die bevorstehende Invasion durchsickern zu lassen, indem sie Garak kommen lassen, damit er für Sisko einen Anzug anfertigt, während man sich in seiner Gegenwart über das Vorhaben der Klingonen untereinander austauscht. Garak nimmt danach sofort Kontakt mit Dukat auf, welcher nun für die zivilie Regierung arbeitet.

Den Cardassianern gelingt es nach Garaks Warnung den Klingonen standzuhalten, allerdings wird das nicht von Dauer sein.

Inzwischen trifft Gowron, der Führer des klingonischen Hohen Rates auf DS9 ein. Er bittet Worf darum, sich seiner Sache anzuschließen, doch Worf ist der Meinung, dass der Angriff auf Cardassia unehrenhaft ist. Er kann sich Gowron nicht anschließen. Worf verliert daraufhin erneut seine Ehre im klingonischen Reich.

Worf entscheidet sich nun endügltig die Sternenflotte zu verlassen, allerdings genehmigt Sisko sein Rücktrittsgesuch nicht, solange der Konflikt mit den Klingonen andauert.

Als die Klingonen die cardassianischen Verteidigungslinien durchbrechen, nimmt Sisko Kontakt mit Dukat auf. Er möchte, dass dieser alle Regierunsgmitglieder in ein Schiff evakuiert und zu einem Treffpunkt fliegt, wo man sich mit der Defiant treffen und in den Föderationsraum zurückkehren kann. Dukat willigt ein.

Während auf der Station die Vorbereitungen für einen eventuellen Angriff der Klingonen laufen, fliegt die Defiant getarnt durch das Kriegsgebiet zum vereinbarten Treffpunkt. Dort angekommen finden sie das cardassianische Schiff mit den Regierungsmitgliedern unter schwerem Beschuss der Klingonen. Die Defiant greift in den Konflikt ein und kann einige Klingonenschiffe zerstören. Es gelingt Sisko und seiner Crew die Regierungsmitglieder samt Gul Dukat auf die Defiant zu transportieren. Das Schiff nimmt dabei aber erheblichen Schaden und die Tarnvorrichtung kann nicht wieder aktiviert werden. Sisko befiehlt sofort auf Warp zu gehen und zur Station zurück zu fliegen. Zwei Klingonenschiffe nehmen die Verfolgung auf. Bashir untersucht die Regierungsmitglieder der Cardassianer, der Bluttest zeigt jedoch, dass sie keine Wechselbälger sind.

Die Defiant kommt auf Deep Space Nine an, die Verfolger im Schlepptau. Außerdem nähert sich bereits eine riesige Armada von Klingonenschiffen der Station. Verstärkung für die Station durch die Sternenflotte ist ebenfalls bereits unterwegs, allerdings dauert es bis zu ihrer Ankunft noch eine ganze Weile.

Gowron und Martok nehmen mit Sisko auf der Station Kontakt auf. Sie fordern die Herausgabe der Regierungsmitglieder der Cardassianer, um sie dann hinzurichten. Sisko erklärt den Klingonen, dass es sich nicht um Wechselbälger handelt, doch das ist den Klingonen inzwischen völlig egal. Sie wollen lediglich ihren Krieg weiterführen und gewinnen. Sisko ist nicht bereit, die Cardassianer herauszugeben und warnt Gowron vor einem Angriff auf die Station, da man ein Jahr Zeit hatte, die Station gegen einen Angriff des Dominions sicherer zu machen. Man hat etliche neue Torpedorohre installiert und man verfügt nun über 5000 Photonentorpedos. Gowron und Martok halten dies für eine List und greifen die Station trotzdem an. Es kommt zu einem heftigen Gefecht. Sisko hat nicht geblufft und es werden gleich einige Kriegsschiffe der Klingonen zerstört, allerdings muss auch die Station Rückschläge hinnehmen. Nach einer Weile gelingt es den Klingonen einige Schildgeneratoren zu zerstören und so die Schutzschilde unbrauchbar zu machen. Es werden Entertrupps der Klingonen an Bord gebeamt, doch auch damit wird die Crew der Station fertig. Als die Verstärkung der Sternenflotte nur noch 15 Minuten von der Station entfernt ist, nimmt Sisko Kontakt mit Gowron auf und macht ihm klar, dass es genau das ist, was das Dominion erreichen wollte, nämlich den Alphaquadranten in ein Chaos zu stürzen. Gowron sieht ein, dass er mit dem Zweifrontenkrieg einen Fehler gemacht hat und bläst den Angriff auf die Station ab. Ebenso wird die Invasion in cardassianischem Gebiet gestoppt. Gowron gibt Sisko aber auch zu verstehen, dass das klingonische Volk den "Verrat" der Föderation nicht vergessen wird.

Die Klingonen rücken ab, allerdings sind sie nicht bereit, eroberte Außenposten im cardassianischen Gebiet wieder aufzugeben. Der Konflikt ist also noch nicht zu Ende.

Sisko kann Worf inzwischen dazu überreden, seine Laufbahn nicht aufzugeben und als Offizier für strategische Operationen auf der Station zu bleiben.

Bewertung

"Der Weg des Kriegers" ist eine kurzweilige, spannungs- und actiongeladene Doppelfolge zum Auftakt einer der besten Star Trek-Staffeln überhaupt. "Der Weg des Kriegers" stellt gleichzeitig eine Art zweiten Pilotfilm dar. Die Serie hat nun die, wie bei allen Star Trek-Serien, schwierigen ersten Jahre hinter sich gebracht, ist mit der dritten Staffel endgültig aus dem Schatten von TNG getreten und hat ihre eigene Linie gefunden. Nun ist es Zeit die Eigenständigkeit zu untermauern. Zu diesem Neuanfang passt auch die Einführung eines neuen Hauptcharakters, der neue Vorspann, in dem nun, wie in der Serie, mehr Bewegung ist und sogar Siskos neue "Haarpracht" scheint ein Symbol für den Neuanfang zu sein (sein Charakter durchläuft nach dem Frisurenwechsel ebenfalls einen gewissen Wandel).

Die Doppelfolge kümmert sich vor allem um Sisko als Hauptperson der Serie und natürlich um den neu eingeführten und aus TNG bekannten Charakter Worf. Doch auch jeder der anderen Charaktere bis hin zu Quark, mit Ausnahme von Jake Sisko, hat seinen Auftritt und seine Momente. Auch dies macht die Folge zu etwas Besonderem. Vor allem Worfs Einführung ist witzig umgesetzt. Fast jede seiner ersten Begegnungen mit einem Crewmitglied von DS9 wurde in eine humorvolle Szene gepackt. Da wäre beispielsweise das erste Zusammentreffen von Worf mit Dax und Kira, als er die beiden in einer nicht unbedingt angemessenen Kleidung antrifft und er zu Kira nur trocken meint: "Schicker Hut". Geglückt waren auch Worf und O'Briens nostalgische Rückblicke in die TNG-Zeit. Durch das erneute Zusammentreffen dieser beiden Charaktere ergeben sich reizvolle und witzige Momente (beispielsweise O'Briens Insider-Gag über die nicht funktionierenden Holodecks auf der Enterprise, mit dem sich die Autoren selbst auf die Schippe nehmen). Ebenso passend war Quarks trockener Kommentar: "Genau, das ist es, was die Station braucht, noch einen Klingonen."

Es ist erstaunlich, dass die Serie hier erneut einen Richtungswechsel vollführt und unerwarteterweise die Klingonen in den Mittelpunkt rücken. Man hatte wohl nach dem Ende der dritten Staffel eher mit dem Beginn einer größeren Handlung um das Dominion gerechnet, doch die Serie zeigt sich weiterhin unberechenbar und konzentriert sich nun wieder mehr auf den Alphaquadranten, nachdem man mit der Einführung des Dominion das Augenmerk eher auf dem unerforschten Gammaquadranten hatte. Dass auch die Autoren selbst etwas über die wechselnden Bedrohungen der Station schmunzeln mussten, zeigt sich in einem Kommentar Quarks, der sich darüber beschwert, dass man sich gar nicht mehr auskennt, da zunächst die Cardassianer, dann das Dominion und jetzt die Klingonen die Feinde der Station sind.

Die Klingonen in den Mittelpunkt zu rücken, ist natürlich Geschmacksache. Tatsache ist aber, dass sie in Star Trek schon immer sehr beliebt waren. Allerdings muss man den Kritikern auch zugestehen, dass diese Krieger wirklich schon oft im Mittelpunkt standen und man sich als Zuschauer fragt, ob man diesem Volk wirklich noch viele neue Aspekte abgewinnen kann.
Auch die Einführung des aus 175 TNG-Folgen bekannten Worf erscheint fragwürdig, da vor allem in den letzten TNG-Jahren die Worf-Folgen eher mittelmäßig waren. Nun ist die Serie ja schon eine ganze Weile zu Ende und im Nachhinein betrachtet, hat sowohl die Einführung von Worf, als auch die seiner Landsleute durchaus ihre Berechtigung. Es gelang den Autoren durchaus, diesen beiden Elementen neue, interessante Handlungen abzugewinnen, auch wenn gerade Worfs Einführung am Anfang Schwierigkeiten machte, da ihm in den ersten Folgen die sinnvolle Aufgabe fehlte. Schwierig war die Einbindung auch vor allem deswegen, da die meisten Autoren wenig Erfahrung mit den Klingonen hatten. Mit Ira Steven Behr und Robert Hewitt Wolfe als Hauptautoren beinhaltete das Team schon mal zwei Autoren, von denen der eine (Wolfe) erst bei DS9 mit Star Trek in Kontakt kam und der andere (Behr) zuvor lediglich 1 Jahr bei TNG tätig war. Da die Klingonen bei DS9 bisher eine untergeordnete Rolle spielten, fehlten somit den meisten Autoren die Erfahrungen, um gute Klingonen-Geschichten zu erzählen. Mit René Echevarria, welcher schon seit der dritten TNG-Staffel bei Star Trek dabei war, hatte man zwar einen Autor, der ein paar dieser Folgen geschrieben hatte, der aber auch nicht unbedingt der ganz große Experte auf dem Gebiet war. Das mag wohl auch der Grund dafür sein, dass Worf in den ersten Folgen praktisch nichts zu tun hat. Alle Autoren wandten sich dann auch hilfesuchend an das vierte Mitglied des Autorenteams, Ronald D. Moore, den Klingonen-Experten schlechthin, der seine Kollegen bei diesem Thema stark unterstützte.

Die Einführung eines neuen Elements in die Serie war die Idee des Studios Paramount, welches bei einer Umfrage herausgefunden hatte, dass der TNG-Stammzuschauer nach dem Ende dieser Serie nicht automatisch zum DS9-Zuschauer wurde. Außerdem gab es im Science Fiction-Genre natürlich inzwischen stärkere Konkurrenz, als dies noch zu Zeiten von TNG war und auch die Quoten waren ein wenig am Sinken. Welches Element neu eingeführt wird, überließ Paramount den Produzenten, allerdings sollte dieses neue Element die Serie einem breiteren Publikum zugänglich machen. Die Produzenten waren natürlich wenig begeistert über derartige Einmischungen, doch Ira Steven Behr fand beim nochmaligen Ansehen der Folge 3.20 + 3.21: Der geheminisvolle Garak eine Lösung, die alle Seiten zufriedenstellte. Nachdem zunächst geplant war, dass die Vulkanier die Föderation verlassen, stolperte er über den Satz eines Gründers: "Das einzige, worüber wir uns im Alphaquadranten sorgen müssen, ist die Allianz zwischen der Föderation und den Klingonen. Aber das wird auch nicht länger eine Bedrohung bleiben." Danach kam Behr auf die Idee, die Allianz zwischen den Klingonen und der Föderation zerbrechen zu lassen. Die Einführung Worfs war daraufhin natürlich die logische Konsequenz und man konnte damit gleichzeitig darauf hoffen ein paar alte TNG-Zuschauer zurückzugewinnen.

Michael Dorn war zunächst wenig begeistert, was das erneute Mitwirken seines Charakters in einer wöchentlichen Serie anging, doch er sagte schließlich zu, wohl auch vor allem, da er Paramount Bedingungen für seinen Vertrag diktieren konnte. Er bekam ein angemessenes Gehalt, ihm wurde bewilligt in jedem weiteren TNG-Kinofilm mitzuwirken und ihm wurde zugesichert, dass die Autoren ihn auf angemessene Weise in die Serie integrieren würden, in einer wichtigeren Rolle als bei TNG (eine Bedingung die vor allem am Anfang der Staffel nicht wirklich eingehalten wurde).

Der erste Teil der Doppelfolge konzentriert sich mehr darauf, die Ausgangssituation für den zweiten Teil herzustellen und die Charaktere so zu positionieren, wie man sie im zweiten Teil brauchte. Dieser ist dann deutlich actiongeladener mit der bislang größten und am besten inszenierten Raumschlacht in der Geschichte Star Treks und vermutlich auch in der Geschichte des Fernsehens. Da diese Raumschlacht ganz am Ende des zweiten Teils stattfindet und die ganze Doppelfolge eigentlich darauf hinarbeitet, wirkt die Handlung manchmal etwas gestreckt. Das eine oder andere Zwischengeplänkel der Charaktere hätte dann auch nicht unbedingt sein müssen und verlangsamt das Erzähltempo, trägt dafür auf der anderen Seite zur Atmosphäre der Serie bei.

Zu bedauern ist die Entwicklung der Klingonen in diesem Zweiteiler. Sie entwickeln sich mit dieser Folge leider geistig wieder zurück, nachdem sie in TNG durchaus etwas vielschichtiger und intelligenter dargestellt wurden. Auch wirkt der Konflikt zwischen den Klingonen und der Föderation etwas arg konstruiert und auch die Autoren konnten dieser Handlung wohl wenig abgewinnen, denn eigentlich spielt das Zerbrechen des Bündnisses später keine große Rolle mehr und es wird auch relativ schnell wiederbelebt.

Die Enterstrategie der Klingonen erscheint ein wenig merkwürdig. Sie beamen gerade in so kleinen Gruppen auf die Station, dass die Sicherheitsmannschaften der Station gerade genug Zeit haben, ihre Gegner mit dem Phaser niederzuschießen oder k.o. zu schlagen. Apropos, es ist doch immer wieder erstaunlich, wie verweichlicht die Klingonen inzwischen geworden sind. Offenbar macht es inzwischen keinem Föderationsoffizier mehr Schwierigkeiten, gleich mehrere von ihnen zu überwältigen. Kein Wunder, dass einige Klingonen meinen, man solle wieder zu den alten Lebensweisen zurückkehren, wenn schon die körperliche Form der klingonischen Krieger dermaßen schlecht ist.

Bei aller Actiongeladenheit werfen einige Fans der Folge vor, den Anfang vom Untergang der Star Trek- Werte darzustellen, da es eher Roddenberrys Weg war, Probleme mit Diplomatie und nicht durch viel Gewalt zu lösen. Tatsächlich ist die ganze Folge relativ kriegerisch, obwohl der Konflikt letztendlich durch einen Dialog zwischen Gowron und Sisko beigelegt wird. Zu diesem Vorwurf gibt es folgendes zu sagen:
Es ist richtig, dass Star Trek bislang praktisch ohne große Raumschlachten auskam, wenn überhaupt, dann gab es diese sehr selten. Das lag zum Teil an Roddenberrys Meinung, dass gute Sience Fiction auch ohne große Gefechte im Weltraum auskommt, zum Teil natürlich auch daran, dass große Raumschlachten früher unheimlich teuer zu produzieren waren und einfach das Geld fehlte. Zu Zeiten von Deep Space Nine setzte in der Science Fiction die große Revolution der computergenerierten Effekte ein. Das Produzieren dieser Raumschlachten wurde nun deutlich billiger und man konnte dem Zuschauer solche Gefechte wie in dieser Folge natürlich immer noch nicht jede Woche zeigen, aber eben doch öfter, als dies früher der Fall war.
Es stimmt natürlich auch, dass solch großartig umgesetzten Action-Sequenzen die Autoren dazu verlocken können, eine mangelnde Kreativität einfach durch neue Effekte zu ersetzen und tatsächlich muss man eingestehen, dass das Fehlen des Geldes für großartige Raumschlachten nicht immer nur negative Folgen für Star Trek hatte, denn die Autoren waren dadurch gezwungen, noch bessere Geschichten zu erzählen, die auch ohne viel Geballer funktionierten.
Es gibt also durchaus berechtigte Gründe, einen Qualitätsverlust oder eine Kommerzialisierung zu befürchten, doch auf der anderen Seite zeigt uns schon die dritte Folge der vierten Staffel 4.03: Der Besuch deutlich, dass die Autoren noch nicht soweit sind, dass sie das Schreiben guter Geschichten durch gute Effekte ersetzen, denn gerade diese Folge sprüht vor Kreativität und kommt fast vollkommen ohne Effekte aus (dazu mehr in der Rezension zur erwähnten Folge). Auch zeigt sich rückblickend, dass die gesamte vierte Staffel eine der besten Star Trek-Staffeln überhaupt darstellt. Der klingonisch-cardassianische Krieg verschwindet nach dieser Doppelfolge dann auch recht schnell im Hintergrund und die Staffel überzeugt durch Abwechslungsreichtum und anspruchsvolle Episoden. Man muss schnell einsehen, dass der Vorwurf, die Qualität würde leiden, unbegründet ist.
In der dritten Staffel zum Executive Producer befördert, entstand die vierte Staffel komplett unter der Leitung von Ira Steven Behr. Behr machte dabei seinen Job hrvorragend. Die beiden Erschaffer der Serie, Rick Berman und Michael Piller, hatten kaum Grund, in das Geschehen hinter den Kulissen einzugreifen. Behr prägte vor allem das freundschaftliche Verhältnis hinter den Kulissen, besonders unter den Autoren, welche sich alle gegenseitig unterstützten. Deep Space Nine ist noch bis heute für diese warme Arbeitsatmosphäre bekannt, während vor allem bei Voyager oft kritisiert wurde, dass die Arbeit unter der Führung von Michael Piller in den ersten Staffeln und Brannon Braga in den späten Staffeln weniger erfreulich war. Neu im Autorenteam von Deep Space Nine ist Hans Beimler, welchen man bereits zusammen mit Autorenpartner Richard Manning aus den ersten drei TNG-Jahren kennt. Manning nahm nach jahrelanger Zusammenarbeit mit Beimler erstmal eine Auszeit vom Autorenberuf, während Letzterer als Autor weiterarbeiten wollte und so kam Beimler zur dritten Star Trek-Serie. Er sollte später vor allem nach dem Abgang von Robert Hewitt Wolfe am Ende der fünften Staffel zu Ira Steven Behrs ständigem Autorenpartner werden.

Interessant ist, dass Odo und Garak in dieser Folge gemeinsam essen, was nach den Ereignissen in 3.20 + 3.21: Der geheimnisvolle Garak keine Selbstverständlichkeit ist.

Neu eingeführt wird hier General Martok. Er wird in 26 DS9-Episoden, vor allem in den Staffeln 5-7, zu sehen sein.

Regisseur James L. Conway hatte schon einige Folgen für Star Trek inszeniert. Er überzeugt hier vor allem durch die hervorragenden Action-Szenen.

In der deutschen Version stört vor allem das "Sie" zwischen Sisko und Kasidy. Die Unterhaltungen der beiden wirken dadurch viel zu förmlich und hölzern. Warum die deutschen Synchronstudios bei der Übersetzung von Serien dermaßen ängstlich mit dem "Du" umgehen, dass sich noch nicht einmal gute Freunde, wie O'Brien und Bashir, oder Sisko und Dax mit dem "Du" ansprechen, bleibt weiterhin unverständlich.

Die Spannung der Folge wird, wie oben bereits ausgeführt, dadurch etwas abgebremst, dass die Folge auf die große Raumschlacht am Ende hinarbeitet, selbiges Ereignis dann aber sehr lange hinausgezögert wird. Trotzdem ist die Spannung mit Gut zu bewerten.

Dass die Effekte erstklassig sind, muss wohl gar nicht weiter erwähnt werden. Der Pilotfilm zu dieser Staffel wurde von Paramount mit einem erhöhten Budget ausgestattet. Es durfte also deutlich mehr Geld ausgegeben werden, ohne dies später wieder einsparen zu müssen. Das große Finale ist technisch dann auch entsprechend brillant. Hier setzte die Serie der Konkurrenz und sich selbst neue Maßstäbe. Für eine neue Uniform für Worf hätte es dann aber auch noch reichen können. Er trägt die alte Uniform, die man noch aus TNG her kennt, die inzwischen aber eigentlich bereits überholt ist.

Die Handlung überzeugt sowohl von der Action als auch von vielen erstklassigen Charaktermomenten. Hier kann es nur eine Wertung geben: Sehr gut.

Alles in allem ein beeindruckender Beginn für eine neue Staffel.

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

In dieser Folge wird der uns wohl bekannte Klingone Worf als regulärer Charakter eingeführt. Michael Dorn spielt die Rolle von Worf auch in 175 TNG Episoden sowie den Kinofilmen "Star Trek VII - Treffen der Generationen", "Star Trek VIII - Der erste Kontakt", "Star Trek IX - Der Aufstand" und "Star Trek X - Nemesis". Er spielte auch einen von Worfs Vorfahren, Colonel Worf, im Kinofilm "Star Trek VI - Das unentdeckte Land".
Außerdem wird die Zerstörung der Enterprise D im 7. Kinofilm erwähnt.

Andrew J. Robinson ist dieses Mal zum 13. und 14. Mal als Garak mit von der Partie. Er hatte seinen letzten Auftritt in der Folge 3.21: Der geheimnisvolle Garak Teil 2. Das nächste Mal wird er in 4.10: Unser Mann Bashir zu sehen sein.

Marc Alaimo bringt als Gul Dukat bereits seine Auftritte Nr. 12 und 13 auf sein Konto. Er war das letzte Mal in 3.22: Die Erforscher zu sehen. Sein nächster Auftritt ist in 4.05: Indiskretionen.

Penny Johnson hat in dieser Doppelfolge ihren 2. und 3. Auftritt als Kasidy Yates. Das letzte Mal war sie in 3.23: Familienangelegenheiten dabei. Ihr nächster Auftritt ist in 4.05: Indiskretionen.

Robert O'Reilly ist als Gowron ebenfalls das 2. und 3. Mal in DS9 dabei. Sein letzter Auftritt war in 3.03: Das Haus des Quark. Das nächste Mal spielt er in der Folge 4.26: Das Urteil mit. O'Reilly war bereits in der TNG 4 Mal als Gowron und einmal in einer anderen Rolle zu sehen.

J.G. Hertzler hat in dieser Folge seine ersten beiden Auftritte als General Martok. Er wird in insgesamt 26 DS9-Folgen als Martok zu sehen sein. Er hat Auftritte in den Folgen

J.G. Hertzler spielte außerdem unter den Namen John Noah Hertzler im Pilotfilm 1.01 + 1.02: Der Abgesandte die Rolle des vulkanischen Captain. In 7.14: Hirngespinst spielte er Laas, unter dem Namen Garman Hertzler.

Christopher Darga, welchen man im ersten Teil dieser Doppelfolge als Commander Kaybok sieht, spielt auch Y'Sek in der Voyager Folge 5.20: Die Denkfabrik.

Patricia Tallman ist ein in Star Trek häufig eingesetztes Stuntdouble. Sie wird nur aufgeführt, wenn sie eine Sprechrolle hat, wie hier als Waffenoffizier im zweiten Teil. Sie spielt in TNG auch eine Sicherheitswache in der Folge 5.15: Ungebetene Gäste, Kiros in 6.18: In der Hand von Terroristen und eine Romulanerin in 6.25: Gefangen in einem temporären Fragment. Außerdem spielt sie in DS9 in der Folge 4.21: Die Muse die Rolle von Krankenschwester Tagana. In der Voyager-Folge 3.20: Die neue Identität ist sie als Taresianerin zu sehen.

 
 
 
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  Bewertung
  Zusammenhänge

  Druckbare Version

 Credits 1. Teil:

 Erstausstrahlung USA:
  30. 09. 1995

 Erstausstrahlung D:
  15. 10. 1996

 Regie:
  James L. Conway

 Buch:
  Ira Steven Behr
  Robert Hewitt Wolfe

 Gaststars:
  J.G. Hertzler
   [General Martok]
  Andrew J. Robinson
   [Garak]
  Penny Johnson
   [Kasidy Yates]
  Marc Alaimo
   [Gul Dukat]
  Robert O'Reilly
   [Gowron]
  Obi Ndefo
   [Drex]
  Christopher Darga
   [Commander Kaybok]
  William Dennis Hunt
   [Huraga]

 Credits 2. Teil:

 Erstausstrahlung USA:
  30. 09. 1995

 Erstausstrahlung D:
  15. 10. 1996

 Regie:
  James L. Conway

 Buch:
  Ira Steven Behr
  Robert Hewitt Wolfe

 Gaststars:
  Marc Alaimo
   [Gul Dukat]
  Andrew J. Robinson
   [Garak]
  J.G. Hertzler
   [General Martok]
  Robert O'Reilly
   [Gowron]
  Penny Johnson
   [Kasidy Yates]
  Patricia Tallman
   [Waffenoffizier]



  Zuletzt geändert:
  2015-04-28, 01:42
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