Deutscher StarTrek-Index  

Enterprise auf DVD im Test:
Die vierte Staffel -
Aufhören, wenn es am  schönsten ist

Von Malte Kirchner 

Das Ende der Reise: Die Besatzung der "Enterprise" um Captain Jonathan Archer muss feststellen, dass der Weltraum nicht auf die Menschheit gewartet hat.     Foto: Paramount Pict.

Sehen wir es ausnahmsweise mal positiv: "Enterprise" ist die mit Abstand günstigste neuzeitliche Star Trek-Serie, die man in Gänze in sein Regal stellen kann. Auf unter vier Staffeln schaffte es nur die Classic-Serie. Die neuzeitlichen Produktionen brachten es dagegen alle auf sieben Staffeln.

Am 4. Mai ist nun die vierte Staffel von "Enterprise" im Handel zu haben. Und es ist mehr als der günstige Preis, warum sich der Kauf lohnt.

Inhalt

Die Bekanntschaft mit den Orion-Sklavenhändlern möchte keiner gerne machen: T'Pol hat in der vierten Staffel buchstäblich einen am Hals.
Foto: Paramount Pictures
Die vierte Staffel beginnt in "Storm Front" mit der Fortsetzung des Cliffhangers der dritten Staffel, der auch zugleich das Ende des temporalen Krieges markiert. Die "Enterprise" kehrt von ihrer einjährigen Mission in der "Ausdehnung" (Expanse) zurück und wird auf der Erde heldenhaft empfangen.

Doch die große Freude täuscht. Die Menschheit hat erfahren müssen, dass der Weltraum nicht darauf gewartet hat, dass er von ihr erforscht wird. Die Menschen haben Angst und viele wollen das Kapitel Raumfahrt am liebsten wieder begraben. Die Zukunft bzw. ob es eine Föderation gibt, hängt nun nicht mehr von den Vulkaniern ab, die Captain Jonathan Archer längst überzeugt hat, sondern von den Menschen selbst. Mit der vorletzten Folge "Terra Prime" soll das auch der beherrschende Abschlusskonflikt der Serie sein.

In der vierten Staffel gibt es ein Wiedersehen mit vielen Bekannten der vergangenen drei Staffeln. Die Andorianer sind wieder mit von der Partie. Zu den bemerkenswerten Folgen zählt auch der mit "Borderland" beginnende Mehrteiler, in dem Brent Spiner als Ur-Großvater des Data-Erfinders Dr. Noonian Soong einen Auftritt hat. Soong hat zu der Zeit einen eher zweifelhaften Ruf: Er erweckt genmanipulierte Embryonen der Eugenischen Kriege zum Leben und säht damit neuen Ärger. Auch das aus Classic-Serie und DS9 bekannte Spiegeluniversum spielt in "Enterprise" in einer Doppelfolge eine Rolle.

In der letzten Folge "These are the Voyages..." wird der Bogen zur Zukunft geschlagen. Es gibt ein Wiedersehen mit Commander William T. Riker (TNG) und Lt. Cmdr. Deanna Troi - doch mehr sei nicht verraten.


Bewertung

"Enterprise" ist eben nicht wie die anderen Star Trek-Serien. Dass der im Pilotfilm aufgeworfene Konflikt des temporalen Krieges bereits zu Anfang der vierten Staffel ein Ende findet, ist ebenso auffallend wie die Tatsache, dass "Enterprise" es nicht auf mehr als vier Staffeln brachte. Und das, obwohl Serien wie "Voyager" zuvor auch schon an schlechten Einschaltquoten kränkelten und es trotzdem schafften. "Enterprise" vermochte sich nicht von Jahr zu Jahr zu retten.

Makabererweise schlägt die Pre-Classic-Serie "Enterprise" mit ihrer Absetzung einen Bogen zur TOS-Vergangenheit, denn die Classic-Serie endete bekanntlich wegen schlechter Einschaltquoten auch schon nach drei Staffeln. Und vermutlich ist es wie damals weniger die Qualität der Serie, als vielmehr die Tatsache, dass Science Fiction momentan nicht mehr so gefragt ist, was das Scheitern bedingte. Entsprechend sagt Produzent Rick Berman auch zu den Darstellern auf einem der Videos der Extra-DVD, dass ihre Arbeit sicher noch in den nächsten Jahren mehr Wertschätzung erfahren wird.

Überhaupt geht dieses DVD-Set bemerkenswert offen mit der Absetzung um. Sogar die protestierenden Fans vor den Paramount-Studios bekamen ein eigenes Kapitel auf der Extra-DVD. Auffallend ist dagegen, dass zu den Gründen der Absetzung herzlich wenig gesagt wird. Statt Auseinandersetzung wird das Ende verklärt. Den Fan dürfte es freuen. 

Vergleicht man die Qualität dieser Staffel mit der ersten, lässt sich das typische Star Trek-Phänomen ablesen: Die Charaktere sind nun viel tiefgründiger, die Geschichten spannender und interessanter - man könnte fast sagen, dass "Enterprise" in dieser Staffel seinen Höhepunkt erreichte. Da bedurfte es eigentlich auch nicht des Präfixes "Star Trek" vor "Enterprise", womit offenbar ausbleibende Zuschauer seinerzeit geködert werden sollten.

Bei aller Skepsis hat sich "Enterprise" am Ende doch noch einen Platz im Star Trek-Universum erarbeitet. Und die vierte Staffel ist auf jeden Fall sehenswert.


Das DVD-Set

Schuster, bleib' bei deinen Leisten, lautet bei Paramount die Maxime. Es ist also alles beim Alten geblieben, was die Aufteilung und Menü-Führung der DVDs angeht. Als Begrüßung kommen einem dieses Mal die "Enterprise" und etliche vulkanische Schiffe entgegen - eine nette Animation, die auch nach dem x-ten Betrachten noch Freude macht.

Auf der letzten DVD sind die Extras untergebracht, die neben einem generellen Überblick über die Staffel einzelne Aspekte der Episoden thematisieren. Wie immer sind diese sehr informativ und schaffen auch für jene, die die vierte Staffel schon im TV gesehen haben, einen echten Mehrwert.

Bei einzelnen Episoden sind auch wieder geschnittene Szenen abrufbar sowie die beliebten Outtakes, wenn sich die Darsteller man versprochen haben oder ihren Text vergaßen.

Eingepackt ist das Set in der grauen Plastik-Box. Innen findet sich zusätzlicher Schutz durch einen Plastik-Schuber. Ein bisschen viel Verpackung, mag man spotten - ein DVD-Wechsel bedarf zumindest einiger Zeit, wenn man erst alle Hüllen öffnen muss. Dafür sieht das Set im Regal ungemein dekorativ aus.


Gesamturteil

Nicht nur hartgesottene "Enterprise"-Fans werden an der vierten Staffelbox ihre Freude haben. Reich an Extras, begeistern vor allem mal wieder die Bild- und Tonqualität, die bei der fünften Star Trek-Serie schon in der Produktion den neuesten Standards entsprach. 

Die insgesamt günstigste Star Trek-Serie der Neuzeit ist - wie die vierte Staffel zeigt - nicht die schlechteste gewesen. Der Kauf ist zu empfehlen..


Technische Details

FSK: 12
Laufzeit: ca. 902 Min.
Bildformat: 1,78:1 Anamorphic Widescreen
Tonformat: Dolby Digital 5.1 / Kommentare: Dolby Surround
Untertitel: dt., engl., dän., franz., holl., norw., schwed.

Extras

- Audiokommentar von den Drehbuchautoren Michael Sussman,
Judith & Garfield Reeves-Stevens und dem Chefredakteur
von StarTrek.com Tim Gaskil in ausgewählten Episoden
- Textkommentar zu ausgewählten Episoden von Michael und
Denise Okuda
- Enterprise Momente: Staffel 4
- Zwischen den "Spiegel" Episoden
- Star Trek - Enterprise: Geheimnisse
- Optischer Effektzauber
- Das war's
- Verbindung zum Vermächtnis
- Enterprise - Auf den Hund gekommen
- Westmores Aliens: Erschaffung von Dr. Phlox und mehr
- Borg Invasion Trailer
- Entfernte Szenen
- Outtakes
- Fotogalerie


Preis: ca. 100 Euro (UVP)

- http://www.startrek.de
- http://www.enterpriseaufdvd.de
- http://www.paramount.de

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